20.12.2021

Begleitetes Fahren: Diese Regeln gelten beim Führerschein mit 17

Viele Jugendliche können es gar nicht abwarten, zum ersten Mal Auto zu fahren. Das begleitete Fahren ermöglicht es Fahranfängern, sich bereits vor dem 18. Geburtstag hinter das Steuer zu setzen. Doch was genau verbirgt sich hinter dem begleiteten Fahren? Welche Regelungen kennt das Gesetz und welche Voraussetzungen stellt der Gesetzgeber an die Begleitperson?

Was ist begleitetes Fahren?

Das begleitete Fahren ab 17 (kurz: BF17) ist eine Sonderregelung in Deutschland. Das BF17 ermöglicht es Jugendlichen, sich bereits ab einem Alter von 16 ½ Jahren in einer Fahrschule anzumelden. Dort absolvieren sie – wie volljährige Teilnehmer – die Führerscheinausbildung. Nach bestandener Theorie- und Praxisprüfung erhalten Fahranfänger keinen Führerschein, sondern eine sogenannte Prüfbescheinigung. Diese gilt – zusammen mit dem Personalausweis – als Fahrerlaubnis und berechtigt zum Führen eines Kraftfahrzeuges mit einer Begleitperson. Mit Erreichen der Volljährigkeit wird die Prüfbescheinigung gegen den Kartenführerschein eingetauscht.

Begleitetes Fahren anmelden: Welche Regelungen gelten für den Führerschein mit 17?

Wer sich für das BF17 entscheidet, kann sich bereits 6 Monate vor Vollendung des 17. Lebensjahres zur Fahrausbildung für die Klasse B oder BE anmelden. Gleichzeitig ist ein entsprechender Antrag bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde zu stellen. Diesem Antrag müssen die Erziehungsberechtigten zustimmen. Im Antrag muss bereits der Name der gewünschten Begleitperson enthalten sein. Folgende Dokumente sind bei Antragstellung erforderlich:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Passbild
  • gültiger Sehtest (nicht älter als 2 Jahre)
  • Bescheinigung über die Teilnahme an einer Erste-Hilfe-Schulung
  • Kopien der Personalausweise von Begleitperson und Erziehungsberechtigten sowie deren Führerscheine


Die theoretische Prüfung kann frühestens 3 Monate vor dem 17. Geburtstag abgelegt werden, das Absolvieren der praktischen Prüfung ist frühestens 1 Monat vor dem 17. Geburtstag möglich.

Die Probezeit für BF17-Fahranfänger beginnt mit der Aushändigung der Prüfungsbescheinigung und dauert zwei Jahre. Darüber hinaus gelten die gleichen Probezeit-Regelungen wie für volljährige Fahranfänger.

Die Ausfertigung der Prüfbescheinigung sowie die Auskunft aus dem Verkehrszentralregister für die Begleitperson(en) ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Die Höhe der Kosten variiert von Bundesland zu Bundesland, liegt üblicherweise jedoch bei ca. 30 Euro.

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Führerschein mit 17: Voraussetzungen und Aufgaben der Begleitperson

An die Begleitperson beim begleiteten Fahren stellt der Gesetzgeber folgende Anforderungen:

  • Mindestalter: 30 Jahre
  • Besitz des Führerscheins: mindestens 5 Jahre (ohne Unterbrechung)
  • Weniger als 1 Punkt im Flensburger Zentralregister


Zudem muss die Begleitperson fahrtauglich sein. Sie darf während der Fahrt nicht unter Drogeneinfluss stehen und nicht mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut haben. Für die Einhaltung dieser Voraussetzungen ist grundsätzlich der Fahranfänger verantwortlich.

Die Begleitperson soll dem Fahranfänger ein Gefühl der Sicherheit vermitteln und als Ansprechpartner dienen. Sie soll jedoch nicht – anders als ein Fahrlehrer – eigenhändig in das Fahren eingreifen. Ob die Begleitperson auf dem Beifahrersitz oder auf der Rückbank sitzt, spielt für den Gesetzgeber keine Rolle.

Begleitetes Fahren ohne Begleitperson: Diese Strafen drohen

Das Fahren ohne Begleitperson gilt als Straftat und wird nach § 21 StVG als Fahren ohne Fahrerlaubnis und somit als schwerer Verkehrsverstoß gewertet. Die Folge: Ein Bußgeld i.H.v. ca. 70 Euro sowie ein Punkt in Flensburg. Darüber hinaus wird die Fahrerlaubnis für die Klasse B widerrufen, die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre. Um die Fahrerlaubnis wiederzuerlangen, müssen Fahranfänger ein kostenpflichtiges Aufbauseminar absolvieren (§ 2a Abs. 2 StVG).

Unfall mit BF17: Wer ist verantwortlich?

Als Fahrzeugführer sind BF17-Fahranfänger im Falle eines Unfalls alleinverantwortlich. Sie haften für entstandene Schäden. Die Begleitperson gilt – anders als ein Fahrlehrer – nicht als Fahrzeugführer und hat grundsätzlich den Status eines Beifahrers.

Begleitendes Fahren: Versicherung informieren!

BF17-Fahranfänger fahren häufig mit dem Wagen der Eltern oder dem Auto der Begleitperson. Der Versicherungsnehmer des Fahrzeugs sollte unbedingt seine Kfz-Versicherung informieren. Der Grund: Minderjährige Fahrer müssen üblicherweise mit in den Versicherungsvertrag aufgenommen werden. Auch an eine gegebenenfalls notwendige Anpassung einer Verkehrsrechtsschutzversicherung sollte gedacht werden.

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Der eingestellte Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei ALEGOS Rechtsanwälte juristisch überprüft.