11.02.2019

Probezeit Führerschein: Infos zu Dauer, Verstoß und Fahrverbot

Am 1. November 1986 wurde in Deutschland der Führerschein auf Probe eingeführt, um die Unfallrate junger Fahrer zu reduzieren. Vor allem Verkehrsteilnehmer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren sind laut einer Statistik des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2019 haben immer noch mit Abstand das höchste Unfallrisiko. Im Jahr 2019 verunglückten über 59.700 junge Erwachsene im Straßenverkehr.

Doch wie lange dauert die Probezeit? Wie werden Verkehrsordnungswidrigkeiten in der Probezeit bestraft und was ist ein A- oder B-Verstoß? All diese Fragen beantwortet dieser Artikel.

Für welche Führerscheinklassen gilt die Probezeit?

Die im §2a Abs. 1 StVG verankerte Führerschein Probezeit soll die Eignung des Fahrerlaubnisinhabers zum Führen eines Kraftfahrzeuges auf öffentlichem Grund feststellen. Sie gilt für die Fahranfänger der Führerscheinklassen:

  • A (Motorrad)
  • B (PKW)
  • C (LKW)
  • D (Bus)
     

Wie lang ist die Probezeit beim Führerschein und wann endet sie?

Die Probezeit beim Führerschein stellt für Fahranfänger eine einmalige Bewährungsprobe dar. Sie beginnt mit dem Tag, an welchem die Fahrerlaubnis erteilt wurde und dauert zwei Jahre. Dabei spielt es keine Rolle, wie alt ein Fahranfänger ist. Jeder Fahranfänger muss die Probezeit nur einmal erfolgreich bestehen. Wird also während oder nach der Probezeit ein zweiter Führerschein in einer anderen Führerscheinklasse erworben, gibt es keine zweite Führerschein-Probezeit.

Punkte in der Probezeit: Wie viele Punkte darf man haben?

Genauso wie andere Kraftfahrzeugführer dürfen Fahranfänger maximal sieben Punkte in Flensburg haben. Sammeln sich nach und nach Punkte auf dem Flensburger Konto, muss der Fahranfänger sich von seinem Führerschein verabschieden, sobald sich acht Punkte angesammelt haben.

Wird beispielsweise ein Unfall mit Personenschaden verschuldet oder unter Alkoholeinfluss der Verkehr gefährdet, droht sogar der Führerscheinentzug in der Probezeit. Erhält der Fahranfänger drei Punkte auf einmal, wird während der Probezeit die Fahrerlaubnis entzogen.

Grundsätzlich gilt: Verstöße führen nur dann zu den besonderen für die Probezeit vorgesehenen Maßnahmen, wenn sie so schwerwiegend sind, dass sie im Verkehrszentralregister beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg eingetragen werden.

  • Verkehrs-Straftaten
  • Ordnungswidrigkeiten, deren Bußgeld gemäß Bußgeld-Katalog mindestens 60 Euro beträgt


Ordnungswidrigkeiten, die mit einem Regelsatz von weniger als 60 Euro im Bußgeld-Katalog hinterlegt sind, sind für die Probezeit ohne Bedeutung. Hierzu zählen beispielsweise das Überschreiten der Parkzeit an einer Parkuhr, eine geringfügige Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit sowie ein unzulässiges Halten in zweiter Reihe.

Führerschein auf Probe: Der Unterschied zwischen A- und B-Verstoß

Die Fahrerlaubnisverordnung stuft Straftaten und Ordnungswidrigkeiten in zwei Gruppen von Vergehen ein.

  • A-Verstoß: Bei sogenannten A-Verstößen handelt es sich um besonders schwerwiegende Verstöße wie das Fahren unter dem Einfluss von Alkohol oder Überfahren einer roten Ampel.
  • B-Verstoß: Ein B-Verstoß bezeichnet weniger schwerwiegende Vergehen im Straßenverkehr wie das Überziehen der Hauptuntersuchung oder Parken auf der Autobahn.
     

Was ist ein A-Verstoß und was ist ein B-Verstoß genau?

Beispiele für A-VerstößeBeispiele für B-Verstöße

Geschwindigkeitsüberschreitung mit einem PKW ab 21 km/h oder
Geschwindigkeitsüberschreitung mit einem LKW ab 16 km/h

Parken im unerlaubten Bereich
Fahren unter Alkohol-, Drogen- oder MedikamenteneinflussBehinderung von Radfahrern oder Fußgängern beim Abbiegen
Unterlassene HilfeleistungBehinderung von Polizei oder Rettungsfahrzeugen
Nichtbeachten der VorfahrtNichtbeachten eines Stoppschildes
Missachten einer roten AmpelÜberziehung des Termins zur HU und AU
Zu geringer SicherheitsabstandFahren ohne Licht bei Sichtbehinderung

Ob der Führerschein bei einem Unfall in der Probezeit in Gefahr ist, hängt davon ab, ob im Vorwege Verkehrsregeln missachtet oder sich anderweitig falsch verhalten wurde. Im Falle eines Rechtsstreits sorgt eine zuverlässige Verkehrs-Rechtsschutzversicherung für eine schnelle Klärung des Sachverhalts.

Unser Tipp: Verkehrsrechtsschutz

Ob Verkehrsunfall oder Ärger mit der Werkstatt: Schnell kann aus einer Kleinigkeit ein kostspieliges Verfahren werden. Setzen Sie in solchen Fällen auf die zuverlässige Verkehrsrechtsschutz.

Jetzt berechnen

Probezeit Führerschein: Verstöße und ihre Folgen

Wird innerhalb der Probezeit ein A-Verstoß oder zwei B-Verstöße begangen, verlängert sich die Probezeit um zwei Jahre. Zusätzlich wird der Betroffene zur fristgerechten Teilnahme an einem Aufbauseminar verpflichtet.

Was ist ein Aufbauseminar?

Hierbei handelt es sich um einen neunstündigen Kurs, in welchem die Verstöße besprochen und zukünftiges Verhalten erklärt wird. Im Anschluss wird das Fahrverhalten bei einer Probefahrt mit einem Fahrlehrer analysiert und bewertet. Wird an dem Aufbauseminar nicht teilgenommen, geht das Gesetz von einer fehlenden Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen aus. Auf Grundlage von § 3 StVG wird dann der Führerschein entzogen.

Verstoß in der verlängerten Probezeit: Was tun?

Wird nach der Teilnahme an einem Aufbauseminar innerhalb der verlängerten Probezeit erneut ein A-Verstoß oder zwei B-Verstöße verübt, gibt es eine schriftliche Verwarnung. Darüber hinaus wird die Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung innerhalb von zwei Monaten empfohlen. Sollte innerhalb dieser zwei Monate erneut ein A-Verstoß oder zwei B-Verstöße begangen werden, ist der Führerschein weg. Eine Neuerteilung ist frühestens drei Monate nach dem Entzug der Fahrerlaubnis möglich.


Dieser Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei Alege auf rechtliche Korrektheit überprüft.