03.01.2022

Führerschein-Umtausch: Das sind die Fristen

Ob rosa Pappe, grauer Lappen oder Führerschein im Scheckkarten-Format: Bis spätestens 2033 müssen Inhabende einer Fahrerlaubnis ihren Führerschein umtauschen. Der Umtausch geschieht stufenweise – je nach Ausstellungsdatum und Alter der besitzenden Person. Die erste Frist läuft bereits im Jahr 2022 ab. Wer genau vom Führerscheinumtausch betroffen ist, wie der Umtausch abläuft und was bei einer Nichteinhaltung droht, fasst dieser Artikel zusammen.

Darum ist der Führerscheinumtausch erforderlich

Auf Grundlage der EU-Richtlinie 2006/126/EG sollen Führerscheine zukünftig europaweit einheitlich und fälschungssicher sein. Um Missbrauch zu vermeiden, werden alle Führerscheine in einer Datenbank erfasst. Die Planung sieht vor, dass bis zum 19. Januar 2033 alle Motorrad- und Auto-Führerscheine ausgetauscht sind.

Welche Führerscheine sind betroffen?

In Deutschland sind rund 43 Millionen Führerscheine vom Umtausch betroffen: Rund 15 Millionen Papier-Führerscheine mit einem Ausgabedatum bis zum 31.12.1998 und ca. 28 Millionen Führerscheine im Scheckkarten-Format, ausgegeben zwischen dem 01.01.1999 und dem 18.1.2013.

Was gilt es beim Umtausch zu beachten?

Fristen für den Umtausch

Wann Fahrberechtigte ihren Führerschein bei der zuständigen Führerscheinstelle umtauschen müssen, ist in zwei unterschiedlichen Tabellen festgehalten. Entscheidend ist zunächst das Ausstellungsdatum (nicht das Erteilungsdatum). Dieses findet sich unter Ziffer 4a auf dem Führerschein.

Für Führerscheine, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden, ist für die Umtauschfrist zusätzlich das Geburtsjahr des Fahrerlaubnisinhabers relevant.

Geburtsjahr des Fahrerlaubnisinhabers

Ende der Umtauschfrist

Vor 1953

19.01.2033

1953-1958

19.01.2022

1959-1964

19.01.2023

1965-1970

19.01.2024

1971 oder später

19.01.2025

Für Führerscheine, die ab dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurden, gilt:

Ausstellungsjahr

Ende der Umtauschfrist

1999-2001

19.1.2026

2002-2004

19.1.2027

2005-2007

19.1.2028

2008

19.1.2029

2009

19.1.2030

2010

19.1.2031

2011

19.1.2032

2012-18.01.2013

19.1.2033

Wichtig: Nach Ablauf der o.g. Frist wird der alte Führerschein ungültig.

Sind Prüfungen oder ärztliche Untersuchungen notwendig?

Nein, beim Umtausch handelt es ich um einen verwaltungstechnischen Akt. Die Fahrererlaubnis bleibt unverändert bestehen. Personen, die einen Führerschein besitzen, müssen keine neue Prüfung ablegen. Auch ärztliche Untersuchungen sind nicht erforderlich.

Was benötige ich, um meinen alten Führerschein umzutauschen?

Wer einen Führerschein umtauschen möchte, benötigt den Personalausweis oder einen Reisepass. Auch ein biometrisches Passfoto muss mitgebracht werden.

Inhabende eines älteren Führerscheins (grau oder rosa), der nicht von der Behörde des aktuellen Wohnortes ausgestellt wurde, müssen von der ausstellenden Behörde einen sogenannten Karteikartenabschnitt vorlegen. Dabei handelt es sich um einen Auszug aus dem dortigen Fahrerlaubnisregister, welcher alle Daten der Fahrerlaubnis enthält.

Was kostet der Führerscheinumtausch?

Die Kosten für einen Führerscheinumtausch belaufen sich auf rund 25 Euro. Hinzu kommen die Kosten für das biometrische Passfoto.

Wie lange ist der neue Führerschein gültig?

Der neu ausgestellte Führerschein ist – unabhängig von der zugrundeliegenden Fahrerlaubnis – 15 Jahre lang gültig. Nach Ablauf der 15 Jahre muss ein neuer Führerschein ausgestellt werden.

Alten Führerschein erneuern: Bleiben die Fahrerlaubnisklassen erhalten?

Ja. Mit dem Umtausch des Führerscheins werden die Fahrerlaubnisklassen alten Rechts (z.B. Klasse 2 oder 3 sowie ehemalige DDR-Klassen) automatisch in die aktuellen Klassen umgewandelt und im neuen Führerschein vermerkt.

Umtausch aus dem Ausland

Führerscheininhabende mit einem Wohnsitz im Ausland sind von den deutschen Umtauschfristen nicht betroffen. Sie müssen sich an den Regelungen des Landes orientieren, in welchem sie derzeit wohnen. Weiterführende Informationen erteilt die zuständige Fahrerlaubnisbehörde am ausländischen Wohnort.

Wer einen Wohnsitz in einem Mitgliedstaat der EU hat, muss auf jeden Fall den alten Führerschein tauschen – spätestens bis zum 19.01.2033.

Was droht bei Nichteinhaltung?

Personen mit einem alten Führerschein müssen bei einer Verkehrskontrolle mit einem Verwarnungsgeld i.H.v. 10 Euro rechnen. Anschließend muss der umgetauschte Führerschein schnellstmöglich bei der nächsten Polizeidienststelle vorgelegt werden. Bei Nichteinhaltung droht ein erneutes Verwarnungsgeld.

Tipp

Da es für diejenigen, die ihren Führerschein bis zum 19.1.2022 tauschen müssen, aktuell schwierig ist, überhaupt einen Termin bei der örtlichen Führerscheinstelle zu bekommen hat die Verkehrsministerkonferenz im Dezember 2021 noch beschlossen, dass denjenigen, die es wegen eingeschränkter Öffnungszeiten der Ämter nicht schaffen, ihren Führerschein fristgerecht umzutauschen, bis zum 19. Juli 2022 keine Geldbuße droht. Ein bundeseinheitliches Vorgehen soll auf den Weg gebracht werden. Um das Problem jedoch nicht einfach nur zu verlagern, sollten sich Betroffene bereits jetzt um einen Termin bei ihrer Führerscheinstelle kümmern.

Wichtig: Anders als beim PKW-Führerschein droht Inhabenden eines Bus- oder LKW-Führerscheins eine deutlich empfindlichere Strafe. Die Gesetzgebung unterscheidet nicht, ob Fahrzeugführende jemals eine Fahrerlaubnis hatten oder nicht. Wer den Führerschein nicht rechtzeitig umtauscht, riskiert mindestens eine Geldstrafe. Bei besonders schweren Vergehen kann sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr verhängt werden.

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