07.05.2018

Homeoffice: Alle Infos zum Arbeiten von Zuhause

Für viele Angestellte ist Homeoffice in den letzten Monaten zur Gewohnheit geworden. Doch was ist Homeoffice? Und wie sieht das mit der Steuererklärung aus? Alle Antworten gibt es hier:

Homeoffice: Definition und Regelung

Homeoffice ist eine recht flexible Arbeitsform und bedeutet nichts weiter als Arbeiten von Zuhause. Beschäftigte, die im Homeoffice arbeiten, führen ihre Aufgaben demnach im privaten Umfeld aus. Für viele Freiberufler wie Journalisten oder andere Kreative ist Homeoffice Normalität und ganz absichtlich so gewählt. Für Angestellte gilt diese Möglichkeit – abgesehen von den Ausnahmeregelungen im Zuge der weltweiten Corona-Pandemie – nur in den seltensten Fällen. Sie müssen für eine einvernehmliche Lösung mit ihrem Arbeitgeber, wenigstens einen Teil ihrer Aufgaben von Zuhause aus zu erledigen, oft lange kämpfen.

Wer hat Anspruch auf Homeoffice?

Im Gegensatz zu anderen Ländern der EU, beispielsweise den Niederlanden, gibt es in Deutschland keinen Rechtsanspruch auf Arbeiten im Homeoffice. Andersrum kann der Arbeitgeber den Mitarbeiter dazu auch nicht verpflichten, seine Tätigkeiten von Zuhause auszuüben.

Vor der Corona-Pandemie – lange galt im Rahmen der Bundes-Notbremse die Homeoffice Pflicht – ließen nur knapp 40 Prozent der Unternehmen Mitarbeiter auch Zuhause ihren Dienst tun. Das entspricht nicht dem Bedarf der Arbeitnehmer. Hier möchte ein Großteil einige der Tätigkeiten aus dem Homeoffice erledigen oder zumindest die Möglichkeit haben, hin und wieder von daheim aus zu arbeiten. Die wachsende Digitalisierung macht es möglich und der immer größer werdende Wunsch nach einer gesunden Work-Life-Balance.

Homeoffice: Vor-und Nachteile

Die Vor- und Nachteile von Homeoffice müssen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer individuell abgewogen werden. Die Argumente für Homeoffice liegen zunächst besonders für Arbeitnehmer klar auf der Hand, allerdings weist die Arbeit im Homeoffice auch Nachteile auf:
 

Vorteile von Homeoffice

Nachteile von Homeoffice

Höhere Produktivität: Die Ruhe in den heimischen Wänden ist durchaus zum Vorteil der Produktivität des Arbeitnehmers zu werten und damit auch ein Vorteil für den Arbeitgeber.

Nicht für alle Berufe geeignet: Homeoffice kommt fast ausschließlich für Menschen in Frage, die ihre Arbeit sonst in einem Büro vor einem Computer verrichten.

Flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit: Fahrtwege und Staus fallen weg, nachmittags können die Kinder betreut und abends weitergearbeitet werden.

Selbstdisziplin: Arbeitnehmer müssen diszipliniert und möglichst resistent gegen Ablenkung zu sein. Das gelingt nicht jedem. Auch die Trennung zwischen Arbeit- und Privatleben kann im Homeoffice schwer fallen.

Individuelle Bedürfnisse: Der Arbeitsplatz kann ganz nach dem eigenen Geschmack eingerichtet werden.

Teambuilding: Schwächere Bindung zu Team und Unternehmen. Zuhause ist der Mitarbeiter ungestört, aber auch vom Informationsfluss und seinen Kollegen abgeschnitten.

Arbeitnehmer sparen Zeit und Geld: Der oft lange Weg zur Arbeit muss nicht mehr zurücklegt werden, was nicht nur Zeit, sondern auch Kosten einspart.

Druck und Überstunden: Arbeitende im Homeoffice setzen sich oft unter Druck, besonders gut zu sein, um dem Vorurteil, nichts zu arbeiten, zu entgehen. Dies hat meist unbezahlte Überstunden und zusätzlichen Stress zur Folge.

 

Ist Homeoffice gut oder schlecht?

Ob Homeoffice gut oder schlecht ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Diese Entscheidungen müssen Arbeitgeber, das Team und Arbeitnehmer individuell gemeinsam treffen, um eine ideale Work-Life-Balance zu gewährleisten. Folgende Voraussetzungen und Regelungen können helfen, damit die Arbeit zu Hause kein Problem für alle Beteiligten darstellt:

Optimale Voraussetzungen fürs Homeoffice schaffen

Ist das Vorhaben Homeoffice einvernehmlich für alle beschlossen, gibt es in der Regel eine Zusatzvereinbarung zum Arbeitsvertrag. Arbeitet der Arbeitnehmer komplett von Zuhause aus, können in der Homeoffice-Regelung auch Punkte wie Abschließbarkeit des Arbeitszimmers festgelegt werden. Dies gilt dem Schutz firmeninterner Dokumente vor dem Zugriff Unbefugter. Regulär wird formuliert, wie die Arbeitszeit dokumentiert werden muss. Oft gibt es eine Datenschutzklausel und eine Beschreibung der möglicherweise gestellten Arbeitsmittel, die nicht zusätzlich privat genutzt werden dürfen. Telefon- und Internetanschluss sind für einen Homeoffice Arbeitsplatz unabdingbar.

Arbeiten von Zuhause: Wer trägt die Kosten?

Wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam auf Homeoffice einigen, dann muss der Arbeitgeber die entstehenden Kosten übernehmen. Nur so kann der Arbeitnehmer seiner Arbeitspflicht in vollem Umfang nachkommen.

Homeoffice: Was muss der Arbeitgeber zur Verfügung stellen?

Alle benötigten Arbeitsmittel wie Mobiliar oder Computer, müssen dem Arbeitnehmer bereitgestellt werden. Wenn sich der Arbeitnehmer die Homeoffice Ausstattung selbst anschafft, gilt der Erstattungsanspruch. Übrigens gilt das auch für die Strom- und Telekommunikationskosten. Nur wenn Telefon und Internet auch privat genutzt werden, muss der Arbeitgeber lediglich eine Erstattung des Anteils zahlen. Da ein solcher Nachweis recht aufwendig ist, lohnt es sich, mit dem Arbeitgeber eine Aufwandspauschale festzulegen.

Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit im Homeoffice

Nicht jeder Haushalt ist auf die Arbeit von Zuhause ausgelegt. Oft fehlt es sogar an einem entsprechenden Arbeitszimmer mit Schreibtisch und Bürostuhl. Wie sollte man das Homeoffice einrichten, damit der Gesundheitsschutz und die Arbeitssicherheit im Homeoffice eingehalten werden können? Folgende Punkte müssen beachtet werden, um ein gesundes Arbeiten in den eigenen vier Wänden zu gewährleisten:

  • Das Tageslicht sollte von der Seite auf den Rechner fallen.
  • Lichtquellen sollten sich nicht auf dem Bildschirm spiegeln und ebenso wenig den Arbeitenden blenden.
  • Experten raten zur Verwendung von Tastatur, Monitor und Maus. Das ist gut für die Arbeitshaltung und Ergonomie.
  • Der Arbeitende sollte etwa 50 bis 70 Zentimeter vom Bildschirm entfernt sein.
  • Der Blick sollte senkrecht auf den Bildschirm gerichtet und der Kopf dabei leicht gesenkt sein. Das hilft gegen Verspannungen im Rücken.
  • Wechsel der Sitzhaltung sowie Bewegungspausen werden empfohlen.

 

Arbeiten von Zuhause: Steuerliche Vorteile von Homeoffice

Grundsätzlich kann man ein Arbeitszimmer steuerlich absetzen. Dafür braucht es ein paar Grundbedingungen: Ein Arbeitszimmer ist nur dann steuerlich absetzbar, wenn es sich um einen separaten Raum handelt, der auch nur als Büro eingerichtet ist. Stellt das Zimmer den Mittelpunkt der betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit dar, können alle Kosten geltend gemacht werden. Wird nur ein Teil der Aufgaben im Homeoffice erledigt, wie z. B. bei Lehrern, lassen sich bis zu 1.250,00 Euro pro Jahr von der Steuer zurückholen.

Mehr Wissen? Unser Beitrag „Ist das Arbeitszimmer steuerlich absetzbar?“ behandelt das Thema ausführlich.

Homeoffice Pauschale für 2020 und 2021

Für Berufstätige, die von Zuhause arbeiten, gibt es eine Homeoffice Pauschale in Höhe von 600 Euro. Die Pauschale gibt es auch rückwirkend für die Jahre 2020 und 2021. Pro Arbeitstag im Homeoffice zählen 5 Euro pauschal als Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Einzige Bedingung: Das Arbeitszimmer, sowie eine Pendlerpauschale werden nicht steuerlich abgesetzt. Außerdem sind die 600 Euro bereits mit 120 Tagen im Homeoffice ausgeschöpft.

Homeoffice Pauschale: Wo in der Steuererklärung eintragen?

Die Homeoffice Pauschale kann als Werbungskosten in der Steuererklärung angegeben werden. Bei Selbstständigen handelt es sich hierbei um Betriebsausgaben.


Dieser Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei VETO Rechtsanwaltsgesellschaft mbH auf rechtliche Korrektheit überprüft.