15.10.2018

Hund im Büro – Was ist erlaubt?

Hunde teilen so ziemlich alles mit ihrem Frauchen oder Herrchen. Gemeinsamer Wohnraum, Freizeitspaß, manchmal gar gemütliche Stunden vor dem Fernseher und zunehmend auch die Arbeitszeit im Büro. Aber auch wenn viele mit ihrem Hund im Büro nur gute Erfahrungen gemacht haben – ganz ohne Regeln und Komplikationen läuft das Mitbringen von Hunden an den Arbeitsplatz eher selten ab. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf zu achten ist.

Nicht jeder ist mit einem Hund als Arbeitskollegen einverstanden

Zahlreiche Studien belegen, dass Hunde für ein verbessertes Arbeitsklima sorgen können. Sie steigern die Kreativität, reduzieren Stress, sorgen für Bewegung und Gesprächsstoff unter den Arbeitnehmern. Leider kann der Bürohund aber auch für Unmut sorgen, etwa wenn er das teure Ledersofa im Wartebereich zerkratzt, seine Blasenschwäche auslebt oder den Tischnachbarn anbellt. Aus diesen Gründen ist es für Hundehalter ratsam, mit Vorgesetzten und Kollegen über die Mitnahme des Tieres im Vorfeld zu sprechen und am besten schriftlich einige Regeln festzuhalten.

Hund im Büro: Rechtslage beachten

Was sagt das Arbeitsrecht zum Hund im Büro? Es gibt weder ein Anrecht noch ein Verbot, den Bürohund ins Unternehmen mitnehmen zu dürfen. Allerdings kann der Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechts bestimmen, ob Hunde an den Arbeitsplatz mitgenommen werden dürfen oder nicht. Will man dies tun, und sei es auch nur ausnahmsweise, bedarf es einer ausdrücklichen Genehmigung, so jedenfalls hat es das Landesarbeitsgericht Düsseldorf in seinem Urteil vom 24. März 2014 (9 Sa 1207/13) verkündet. Arbeitgeber, die Hunde im Büro erlauben, sind nicht automatisch dazu verpflichtet, auch Ihren Hund zu dulden, obwohl sie nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz dazu verpflichtet wären. In der Praxis können sachliche Gründe dafürsprechen, Ihnen die Mitnahme zu verweigern, z. B. weil der neue Hund das Arbeitsklima gefährdet. Anders gesagt: Ein Kampfhund muss noch lange nicht genehmigt werden, weil die Kollegin ihren Chihuahua neben dem Schreibtisch liegen hat. Ebenso kann eine einmal erteilte Erlaubnis widerrufen werden. Das gilt sogar dann, wenn das Mitbringen des Hundes vertraglich genehmigt wurde. Der Verstoß gegen das Hundeverbot kann im schlimmsten Fall zur Abmahnung und einer Kündigung führen.

Mit den Kollegen abstimmen

Sind Hunde im Büro erlaubt, sollten Sie sich zusätzlich mit Kolleginnen und Kollegen abstimmen. Nicht wenige Menschen haben Angst vor Hunden oder leiden unter Allergien. Da der Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht für die Beschäftigten nachkommen muss, können Angst oder gesundheitliche Bedenken anderer Mitarbeiter zu einem Verbot führen. Dazu muss der Hund nicht tatsächlich gefährlich sein, ein Gefühl der Unsicherheit reicht als Begründung bereits aus. Gleiches gilt, wenn sich der Mitarbeiter durch Gerüche, Haare oder sonstige Störfaktoren in seiner Arbeitsleistung beeinträchtigt fühlt. Bellt der Hund im Büro, sollte die Konsultation eines Hundetrainers in Betracht gezogen werden. Wenn auch dies nichts nützt, wird es darauf hinauslaufen, dass der Hund zu Hause bleiben muss.

Was, wenn es zu einem Zwischenfall kommt?

Hundebesitzer haften grundsätzlich für die Schäden ihres Tieres, unabhängig davon, ob es Sach- oder Personenschäden sind. Die Haftung ergibt sich aus dem § 833 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Hier springt meist nicht die private Haftpflichtversicherung ein, weshalb sich Hundehalter unbedingt beraten lassen sollten. Spezielle Tier- oder Hundehaftpflichtversicherungen greifen sowohl bei Sachschäden oder Vermögensschäden sowie bei Personenschäden, z. B. wenn der behandelnde Tierarzt gebissen wurde und so ein Verdienstausfall entsteht. Am Arbeitsplatz greift diese Versicherung auch, wenn ein Kollege mit dem Hund spazieren geht und dabei ein Schaden entsteht. Wenn man also Jobs mit Hund im Büro übernehmen möchte, sollte man sich im Vorfeld versichern, dass man im Schadensfall nicht selbst zur Kasse gebeten wird.

Praxistipp: Hundevertrag schließen

Um das harmonische Verhältnis mit den Kollegen am Arbeitsplatz zu erhalten, empfiehlt es sich, einen gesonderten „Verhaltenskatalog für Bürohunde“ zu vereinbaren. Dieser schriftlich fixierte Vertrag beschreibt z. B., in welchen Räumen sich das Tier aufhalten darf, wer bei Schäden zur Verantwortung gezogen wird und ob eine passende Versicherung abgeschlossen wurde. Wichtig für den Arbeitgeber ist außerdem eine Absprache bezüglich Pinkelpausen für den Vierbeiner. Wie oft darf während der Arbeitszeit um den Block gegangen werden? Haben Kollegen Angst vor dem Tier oder bellt der Hund im Büro, können gewisse Verhaltensweisen, z. B. Anbinden des Hundes an den Tisch o. Ä. vereinbart werden. Weitere Informationen erhalten Sie beim Bundesverband Bürohund. Dieser ehrenamtliche Verein berät Hundebesitzer und Unternehmen zum Thema „Hund im Büro“.


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