26.02.2018

Rote Ampel überfahren – Wissenswertes zum Rotlichtverstoß

Einmal kurz abgelenkt und schon ist es passiert: Sie haben eine rote Ampel überfahren und sind geblitzt worden. Punkte in Flensburg, Fahrverbot, Bußgelder – all das schießt Ihnen nun durch den Kopf. Doch vielleicht gibt es noch Chancen, mit einem blauen Auge davonzukommen …

Jetzt gilt es erst mal, die Fakten zu prüfen. Es gibt verschiedene Arten von Rotlichtverstößen, bei denen es unter anderem auf die Zeitspanne ankommt, die die Ampel schon Rot gezeigt hat:

  • Die Strafe für einen einfachen Rotlichtverstoß umfasst zum Beispiel 90 Euro Bußgeld und einen Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg – die Ampel stand in diesem Fall weniger als eine Sekunde auf Rot und Sie haben keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet.
  • Sollten Sie aber nach Ablauf dieser einen Sekunde über die rote Ampel gefahren sein, haben Sie einen sogenannten qualifizierten Rotlichtverstoß begangen. Gleiches gilt, wenn Sie zwar unter einer Sekunde geblieben sind, aber mit diesem Überfahren andere Verkehrsteilnehmer gefährdet haben – oder sogar eine Sachbeschädigung begangen haben. Solche Verstöße werden mit Bußgeldern ab 200 Euro, zwei Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot empfindlicher bestraft. In ganz krassen Fällen sind sogar Freiheitsstrafen bis zu 5 Jahren möglich.

 

Manchmal kommt es aber auch vor, dass ein Autofahrer geblitzt wurde, obwohl zum Beispiel die Ampel auf Grün stand. In diesem Fall – aber auch in allen anderen Fällen – können Fahrzeugführer Folgendes tun:

Schweigerecht

Jeder Mensch hat in einer solchen Situation das Recht zu schweigen – direkt vor Ort, wenn er von der Polizei angehalten wird, und auch, wenn er den Anhörungsbogen erhält. Betroffene Fahrzeughalter sind nur verpflichtet, Angaben zu ihrer Person zumachen. Hier reichen die Daten, die auch im Personalausweis stehen. Sollte ein Familienangehöriger das Auto gefahren sein, kann sich der Besitzer des Fahrzeugs auf das Zeugnisverweigerungsrecht berufen und muss diese nicht belasten. Sollte eine nicht verwandte Person das Fahrzeug gesteuert haben, müssen jedoch wahrheitsgemäße Angaben gemacht werden.

Vorwurf überprüfen

War der Autofahrer am angegebenen Zeitpunkt mit dem Auto in der Gegend rund um die genannte Ampel unterwegs? Stimmen Zeitpunkt, Ort und Schilderung des Geschehens mit dem selbst Erlebten überein oder nicht? Wenn Punkte drohen, kann es sinnvoll sein, dass der Verkehrssünder beim Kraftfahrzeugbundesamt den aktuellen Stand des Punktekontos erfragt.

Anwalt hinzuziehen

Wenn ein Fahrverbot droht oder wenn der Bußgeldbescheid grundlos ausgestellt wurde, ist es sinnvoll, so früh wie möglich einen Anwalt hinzuzuziehen – besonders dann, wenn der Rotlichtsünder beruflich auf seinen Führerschein angewiesen ist. Bestandteil einer anwaltlichen Beratung ist auch die Einschätzung, wie groß die Erfolgsaussichten eines Einspruchs gegen den Bußgeldbescheid sind. Nach dieser Beratung kann der betroffene Autofahrer besser entscheiden, ob er gegen den Bescheid vorgeht oder nicht. Der Einspruch muss zwei Wochen nach Zustellung schriftlich bei der Verwaltungsbehörde eingehen, die den Bußgeldbescheid erlassen hat.

EXTRATIPP: Wenn eine Rechtschutzversicherung vorhanden ist, sollte diese ebenfalls direkt kontaktiert werden, damit die Kostenübernahme für den Einspruch geklärt werden kann.

Extraregelungen für Fahranfänger

Gerade junge Fahrer in der zweijährigen Probezeit verursachen viele Unfälle – deswegen gibt es für sie Sonderregelungen bei Rotlichtverstößen. Das Überfahren einer roten Ampel gilt bei diesen Fahrern als schwerwiegender Verkehrsverstoß. Deshalb wird im Fall der Fälle die Probezeit um zwei weitere Jahre verlängert und der Rotlichtsünder muss ein Aufbauseminar besuchen – ganz gleich, ob ein einfacher oder ein qualifizierter Rotlichtverstoß vorlag. Sollten sich Rotlichtverstöße mehren, kann sogar eine MPU angeordnet werden, in der überprüft wird, ob der Fahranfänger überhaupt für das Autofahren geeignet ist.

Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme sind oberstes Gebot

Im besten Falle fahren Sie gleich so, dass Sie keine Verkehrsverstöße begehen und zum Beispiel stets darauf achten, rechtzeitig vor roten Ampeln zum Stehen zu kommen. Denn nur, wenn sich alle an die gültigen Regeln halten, sind wir sicher unterwegs und kommen heile dort an, wo wir hinwollten. Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme sind also zwei unverzichtbare Begleiter im Straßenverkehr.

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