05.12.2019

Weihnachtsbaum sicher mit dem Auto transportieren – Das ist zu beachten

Ob im Baumarkt, in der Gärtnerei oder direkt auf der Plantage: In der Vorweihnachtszeit werden deutschlandweit mehr als 30 Millionen Weihnachtsbäume verkauft und transportiert – in der Regel mit dem Auto. Doch schon ein kleiner Baum kann im Falle eines Unfalls zu einer echten Gefahr werden. Wie Autofahrer einen Weihnachtsbaum sicher transportieren, welche gesetzlichen Vorschriften beim Baumtransport beachten müssen und ab wann Bußgelder drohen, klärt dieser Artikel.

Weihnachtsbaum sicher transportieren: Innenraum, Kofferraum oder Autodach?

Der Transport im Innenraum Wer ein ausreichend großes Fahrzeug besitzt oder einen relativ kleinen Weihnachtsbaum kauft, transportiert diesen optimalerweise im Wageninneren. Besonders kompakte Weihnachtsbäume finden vor oder auf dem Beifahrersitz ihren Platz, größere Bäume werden waagerecht auf die Rückbank sicher verstaut. Dabei sind die Vorschriften zur Personenbeförderung zu beachten – sämtliche Mitfahrer müssen ausreichend Platz haben und vorschriftsmäßig mitfahren können. Das bedeutet, dass der Gurtverlauf sowie das Gurtschloss während der Fahrt frei und beweglich bleiben müssen. Zudem darf der Weihnachtsbaum die Sicht des Fahrers auf das Verkehrsgeschehen nicht einschränken.

Der Transport im Kofferraum

Passt der Weihnachtsbaum nicht in den Innenraum Ihres Fahrzeuges, sollte dieser im Kofferraum transportiert werden. Dazu wird die Rücksitzbank umgeklappt und der Stamm bis an die Rückenlehne des Fahrersitzes geschoben. Die Schnittkante des Stammes zeigt hierbei in Fahrtrichtung. Tipp: Ein Holzbrett zwischen Stamm und Rückenlehne mindert im Falle eines Unfalls die Verletzungsgefahr.

Achtung: Passt der Weihnachtsbaum nicht vollständig in den Kofferraum und ragt der Baum einen Meter oder mehr über das Fahrzeugheck, sind Autofahrer gem. § 22 StVO dazu verpflichtet, die überstehende Ladung mit einem roten Schild oder Tuch zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung muss mindestens 30 mal 30 Zentimeter messen und ist gut sichtbar am Weihnachtsbaum anzubringen.

Der Transport auf dem Autodach

Ist der Weihnachtsbaum zu groß, um ihn im Kofferraum zu transportieren, ist der Transport auf dem Autodach eine sinnvolle Alternative. Steht kein Dachgepäckträger zur Verfügung, nutzen Autofahrer optimalerweise die Reling ihres Autos. Dabei wird der Weihnachtsbaum mit mindestens drei Spanngurten fixiert, welche jeweils ganz hinten, mittig und im vorderen Bereich des Baumes festgezurrt werden. Auch beim Transport auf dem Autodach sollte die Schnittkante des Stammes in Fahrtrichtung zeigen. Andernfalls könnte der Fahrtwind die Äste nach hinten drücken und den Weihnachtsbaum beim Transport beschädigen.

Steht der Weihnachtsbaum mehr als einen Meter nach hinten über, ist eine Kennzeichnung in Form eines roten Schildes oder Tuches zwingend erforderlich. Bei Dunkelheit muss die überstehende Ladung gem. § 22 Abs. 4 StVO i.V.m. § 17 Abs. 2 StVO zusätzlich mit einer roten Blinkleuchte kenntlich gemacht werden.

Falsche Ladungssicherung: Wann drohen Bußgelder?

Die Vorschriften zur Ladungssicherung sind in § 22 StVO zu finden. Danach sind Autofahrer dazu verpflichtet:

  • Den Weihnachtsbaum beim Transport so zu sichern, dass dieser selbst bei einer Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen oder hin- und herrollen kann.
  • Eine mehr als 1 m überstehende Ladung gut sichtbar zu kennzeichnen.

 

Werden die gesetzlichen Vorschriften beim Baumtransport nicht eingehalten, ist im Falle einer Verkehrskontrolle mit einem Verwarnungs- oder Bußgeld zu rechnen.

Für einen unzureichend oder nicht gekennzeichneten Weihnachtsbaum wird ein Verwarnungsgeld in Höhe von 25 Euro fällig. Entsteht durch eine mangelhafte Kennzeichnung oder Sicherung eine Gefahr für Dritte, droht ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro sowie ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg. Kommt es zu einem Unfall, erhöht sich das Bußgeld auf 75 Euro.

Beschädigung Dritter durch mangelhafte Ladungssicherung: Zahlt die Versicherung?

Grundsätzlich gilt: eine Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt im Falle eines Unfalls die Kosten für den Schaden am Auto des anderen Verkehrsteilnehmers. Vorausgesetzt, der Weihnachtsbaum war beim Transport sachgemäß gesichert und gekennzeichnet. Habt der Autofahrer jedoch nachweislich gegen die gesetzlichen Vorschriften zur Ladungssicherung verstoßen und hatte dieser Verstoß die Beschädigung Dritter zur Folge, kann die Versicherung die Zahlung teilweise oder gänzlich verweigern. Unser Tipp: Eine zuverlässige Verkehrsrechtsschutzversicherung steht Betroffenen im Falle eines Rechtsstreits beratend zur Seite und übernimmt die Anwalts- und Gerichtskosten sowie eventuell anfallenden Kosten für einen Sachverständigen.


Dieser Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei VETO Rechtsanwaltsgesellschaft mbH auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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