27.01.2020

Wohngeld 2020 – Anspruch, Höhe & Beispiel-Rechnung

Wer wenig verdient, kann Wohngeld beantragen – und erhält ab dem 1. Januar 2020 sogar bis zu 39 Prozent mehr als bisher. Ein entsprechendes Gesetz hat das Bundeskabinett beschlossen. Wer von der neuen Regelung am meisten profitiert, warum einige Experten die Wohngeldreform kritisch beurteilen und welche weiteren Möglichkeiten für Mietzuschüsse es gibt, klärt dieser Artikel.

Wohngeld: Was ist das überhaupt?

Das Wohngeld ist ein staatlicher Mietzuschuss, welcher Haushalten mit geringem Einkommen ein familiengerechtes Wohnen ermöglichen soll. Die gesetzlichen Regelungen zu den Anspruchsberechtigten und der Höhe des Wohngeldes sind im Wohngeldgesetz (kurz: WoGG) zu finden.

Grundsätzlich gilt: Das Wohngeld dient nicht zur vollständigen Deckung der monatlichen Kosten. Antragsteller müssen über ein Mindesteinkommen verfügen, um mit diesem ihren monatlichen Bedarf an Nahrung und Kleidung abdecken zu können. Die Höhe des Mindesteinkommens setzt sich zusammen aus dem Regelbedarf plus individuellen Bedarf plus Bruttowarmmiete. Hinweis: Das Wohngeld ist lediglich ein Zuschuss, der für einen Zeitraum von zwölf Monaten bewilligt wird und nicht gleichzeitig mit anderen Sozialleistungen – beispielsweise Hartz IV – bezogen werden kann.

Wohngeld 2020: Die aktuelle Regelung in der Kurzübersicht

Wer Wohngeld beantragen kann, regelt der §3 WoGG. Antragsberechtigt sind:

  • Mieter einer Wohnung oder eines Zimmers
  • Untermieter
  • Nutzer einer Genossenschafts- oder Stiftungswohnung
  • Personen, die Wohnraum im eigenen Haus mit mindestens zwei Wohnungen bewohnen
  • Pflegebedürftige oder behinderte Volljährige
  • Heimbewohner
  • Personen mit mietähnlichen Nutzungsrechten

 

Die Höhe des Wohngeldes richtet sich nach:

  • der Anzahl der Haushaltsmitglieder
  • dem gesamten Haushaltseinkommen
  • der Mietstufe

 

Die exakte Höhe des Wohngeldes können Antragsberechtigte mithilfe des Wohngeldrechners des Bundesministeriums des Innern berechnen. Unser Tipp: Eine zuverlässige Privat-Rechtsschutzversicherung hilft Antragstellern bei der Durchsetzung ihrer Wohngeldansprüche.

Wohngeld 2020: Das ist neu

Das Bundeskabinett hat im Jahr 2019 den Gesetzentwurf zur Wohngelderhöhung beschlossen. Danach wird das Wohngeld ab dem 1. Januar 2020 um bis zu 39 Prozent angehoben – sofern der Bundesrat dem Gesetzesentwurf zustimmt. Zusätzlich wird eine neue Mietstufe eingeführt, mit welcher Haushalte in Regionen mit besonders hohen Mieten entlastet werden. Die neue Mietstufe führt gleichzeitig zu einer Erhöhung der Reichweite des Wohngeldes. Statt wie bisher 480.000 Haushalte sind ab dem 1. Januar 2020 ca. 660.000 Haushalte anspruchsberechtigt. Und: Zukünftig soll die Höhe des Wohngeldes alle zwei Jahre per Verordnung an die aktuellen Mietkosten- und Einkommensentwicklung angepasst werden.

Wer profitiert vom neuen Wohngeld 2020?

Der Gesetzentwurf zur Wohngelderhöhung kommt vor allem Menschen mit kleinem Einkommen zugute. So erhält ein Zwei-Personen-Haushalt mit zwei antragsberechtigten Personen statt wie bisher 145 Euro zukünftig einen Zuschuss von 190 Euro. Zudem haben ab dem 1. Januar 2020 rund 180.000 Haushalte Anspruch auf Wohngeld, welche nach der alten Regelung nicht anspruchsberechtigt gewesen wären. Darunter sind auch ca. 25.000 Haushalte, die bisher auf Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe angewiesen sind.

Beispielrechnungen Wohngeld 2020

Person

Einkommen

Kaltmiete

Wohngeld alt

Wohngeld neu

Rentnerin

950 Euro

510 Euro

96 Euro

120 Euro

Alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern

1400 Euro

520 Euro

71 Euro

187 Euro

Familie mit zwei Kindern

2100 Euro

700 Euro

98 Euro

194 Euro

 

Kritik am Wohngeld 2020

Die Wohngelderhöhung 2020 wird von vielen Experten als unzureichend kritisiert. So sei die geplante Anpassung nicht ausreichend, um die aktuellen Mietentwicklungen abzudecken. Zudem müsse das Wohngeld nicht alle zwei Jahre, sondern jedes Jahr neu berechnet werden. Auch die Informationspolitik der Bundesregierung ist nach Meinung einiger Experten unzureichend. Viele Berechtigte wüssten nichts von ihrem Anspruch auf Wohngeld – und würden dieses infolgedessen auch nicht beantragen.

Weitere Möglichkeiten für Mietzuschüsse

Wer keinen Anspruch auf Wohngeld hat, kann – je nach Lebenssituation – andere staatliche Hilfen beantragen. Dazu zählen beispielsweise das BAföG oder die Berufsauszubildendenhilfe (BAB) für Auszubildende, Schüler und Studenten. Auch mithilfe eines Bildungskredites lassen sich die monatlichen Mietkosten decken. Wer jedoch ein geringes Einkommen bezieht und nicht auf Sozialleistungen zurückgreifen kann oder möchte, hat kaum eine Alternative zum Wohngeld.

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Dieser Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei VETO Rechtsanwaltsgesellschaft mbH auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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