27.01.2020 – zuletzt aktualisiert am: 08.12.2021

Wohngeld 2021: Änderungen, Anspruch, Höhe & Wohngeldtabelle

Wer wenig verdient, kann Wohngeld beantragen – und erhält ab dem 1. Januar 2021 noch 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein entsprechendes Gesetz hat das Bundeskabinett beschlossen. Doch was ist Wohngeld genau? Wer hat Anspruch auf Wohngeld? Und wie viel Wohngeld bekommt man? Diese und noch weitere Fragen klärt dieser Artikel.

Was ist Wohngeld überhaupt?

Das Wohngeld ist ein staatlicher Mietzuschuss, welcher Haushalten mit geringem Einkommen ein familiengerechtes Wohnen ermöglichen soll. Die gesetzlichen Regelungen zu den Anspruchsberechtigten und der Höhe des Wohngeldes sind im Wohngeldgesetz (kurz: WoGG) zu finden.

Das Wohngeld dient nicht zur vollständigen Deckung der monatlichen Kosten. Antragsteller müssen über ein Mindesteinkommen verfügen, um mit diesem ihren monatlichen Bedarf an Nahrung und Kleidung abdecken zu können. Die Höhe des Mindesteinkommens setzt sich zusammen aus dem Regelbedarf plus individuellen Bedarf plus Bruttowarmmiete.

Wohngeld und Hartz 4: Ist beides gleichzeitig möglich?

Nein, das Wohngeld ist lediglich ein Zuschuss, der für einen Zeitraum von zwölf Monaten bewilligt wird und nicht gleichzeitig mit anderen Sozialleistungen – beispielsweise Hartz IV – bezogen werden kann.

Wohngeld 2021: Die aktuelle Regelung in der Kurzübersicht

Wer Wohngeld beantragen kann, regelt der §3 WoGG. Antragsberechtigt sind:

  • Mieter einer Wohnung oder eines Zimmers
  • Untermieter
  • Nutzer einer Genossenschafts- oder Stiftungswohnung
  • Personen, die Wohnraum im eigenen Haus mit mindestens zwei Wohnungen bewohnen
  • Pflegebedürftige oder behinderte Volljährige
  • Heimbewohner
  • Personen mit mietähnlichen Nutzungsrechten

 

 Die Höhe des Wohngeldes richtet sich nach:

  • der Anzahl der Haushaltsmitglieder
  • dem gesamten Haushaltseinkommen
  • der Mietstufe

 

Die exakte Höhe des Wohngeldes können Antragsberechtigte mithilfe des Wohngeldrechners des Bundesministeriums des Innern berechnen. Unser Tipp: Eine zuverlässige Privat-Rechtsschutzversicherung hilft Antragstellern bei der Durchsetzung ihrer Wohngeldansprüche.

Wohngeld 2021: Das ist neu

Seit dem 01. Januar 2021 ist das Wohngeld um weitere 10 Prozent angestiegen. Grund ist die neue CO2-Komponente beim Wohngeld, welche im Hinblick auf das Klimaschutzprogramm 2030 eingeführt wurde. Um die Klimaziele zu erreichen, gibt es seit dem 01. Januar 2021 eine CO2-Bepreisung für die Sektoren Wärme und Verkehr. Bereits im Mai 2020 wurde das Wohngeld um die CO2-Komponente ergänzt und im Wohngeld-CO2-Bepreisung-Entlastungsgesetz festgehalten. Der zusätzliche Zuschlag zur Miete geht in die Wohngeldberechnung ein und hängt von der Haushaltsgröße und vom Einkommen des Haushalts ab. Durchschnittlich erhöht sich dadurch das Wohngeld 2021 je Haushalt um 15 Euro. Die Erhöhung des Wohngeldes erfolgt automatisch ohne gesonderte Antragsstellung.

Wohngeld 2021: Zuschlag zur Miete als Entlastung zu den Heizkosten

Zu berücksichtigende Haushaltsmitglieder

Betrag zur Heizkosten-Entlastung

1

14,40 Euro

2

18,60 Euro

3

22,20 Euro

4

25,80 Euro

5

29,40 Euro

Je weiteres zu berücksichtigendes Haushaltsmitglied

3,60 Euro

Wohngeld 2020: Das waren die wichtigsten Änderungen

Das Bundeskabinett hat im Jahr 2019 den Gesetzentwurf zur Wohngelderhöhung beschlossen. Demnach stieg das Wohngeld ab dem 1. Januar 2020 um bis zu 39 Prozent. Mit dem Wohngeld 2020 wurde außerdem eine neue Mietstufe eingeführt, mit welcher Haushalte in Regionen mit besonders hohen Mieten entlastet werden. Die neue Mietstufe führt gleichzeitig zu einer Erhöhung der Reichweite des Wohngeldes. Statt wie bisher 480.000 Haushalte waren ab dem 1. Januar 2020 ca. 660.000 Haushalte anspruchsberechtigt.

Ausblick: Ab 2022 soll die Höhe des Wohngeldes alle zwei Jahre per Verordnung an die aktuellen Mietkosten- und Einkommensentwicklung angepasst werden.

Wer profitiert vom Wohngeld 2021?

Der Gesetzentwurf zur Wohngelderhöhung kommt vor allem Haushalten mit niedrigem Einkommen zugute. Um soziale Härten zu vermeiden, sollen diese bevorzugt bei den steigenden Heizkosten entlastet werden. Das Klimaschutzprogramm soll nicht für ein soziales Ungleichgewicht sorgen. Außerdem steigt mit dem Zuschlag zum Wohngeld 2021 automatisch auch die höchstmögliche Einkommensgrenze. So erhält ein Zwei-Personen-Haushalt mit zwei antragsberechtigten Personen statt wie bisher 190 Euro zukünftig einen Zuschuss von 208,60 Euro. Ab dem 1. Januar 2021 können rund 665.000 Haushalte von der Änderung profitieren. Zudem erhalten rund 35.000 Haushalte erstmals oder erneut Anspruch auf Wohngeld.

Wohngeldtabelle 2021: Wie hoch ist das Wohngeld 2021?

Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder

 

 

Höchstbetrag nach Mietstufe (in Euro)

 

 

 

 

 

I

II

III

IV

V

VI

VII

1

338

381

426

478

525

575

633

2

409

461

516

579

636

697

767

3

487

549

614

689

757

830

912

4

568

641

716

803

884

968

1.065

5

649

732

818

918

1.010

1.106

1.217

Je weiteres zu berücksichtigendes Haushaltsmitglied

77

88

99

111

121

139

153

Quelle: www.wohngeld.org/wohngeldgesetz-wogg/anlage1.html

Wohngeldtabelle 2021: Einkommensobergrenzen

Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder

 

 

Höchstmögliches Einkommen nach Mietstufe (in Euro)

 

 

 

 

 

I

II

III

IV

V

VI

VII

1

961

999

1.035

1.071

1.100

1.128

1.158

2

1.314

1.367

1.417

1.468

1.510

1.550

1.592

3

1.605

1.665

1.721

1.779

1.826

1.871

1.917

4

2.133

2.197

2.255

2.314

2.362

2.406

2.451

5

2.438

2.508

2.572

2.636

2.689

2.738

2.788

6

2.768

2.839

2.902

2.965

3.016

3.066

3.114

Weitere Möglichkeiten für Mietzuschüsse

Wer keinen Anspruch auf Wohngeld hat, kann – je nach Lebenssituation – andere staatliche Hilfen beantragen. Dazu zählen beispielsweise das BAföG oder die Berufsauszubildendenhilfe (BAB) für Auszubildende, Schüler und Studenten. Auch mithilfe eines Bildungskredites lassen sich die monatlichen Mietkosten decken. Wer jedoch ein geringes Einkommen bezieht und nicht auf Sozialleistungen zurückgreifen kann oder möchte, hat kaum eine Alternative zum Wohngeld.

Hinweis: Eine Haftung für den Inhalt, insbesondere auch im Hinblick auf spätere Gesetzesänderungen, kann nicht übernommen werden.

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