01.08.2019

Alexa, Siri und Co. – Rechtliche Hinweise zum Datenschutz bei Sprachassistenten

Digitale Sprachassistenten wie Alexa (Amazon), Siri (Apple) und Cortana (Microsoft) erleichtern uns den Alltag. Ohne dass man einen Befehl in das Gerät tippen muss, werden Wünsche erfüllt: Die Lieblingsmusik wird gespielt, die Heizung angestellt, eine Pizza bestellt. Von Tag zu Tag lernen die Geräte dazu und machen die Kommunikation mit ihnen reibungsloser. Um das zu bewerkstelligen, senden sie Daten an die Server der Hersteller – und so ganz genau weiß niemand, welche Informationen diese Firmen erfassen, sammeln und analysieren. Daher ist für Nutzer von Alexa Datenschutz ein wichtiges Thema.

Wie funktionieren Sprachassistenten?

Egal, wie sie heißen – Sprachassistenten hören auf ihren Namen. Das ist wortwörtlich zu nehmen: Fällt das Signalwort – Alexa, Siri oder der jeweils programmierte Begriff –, wird der Sprachassistent, der sich bis dahin im Bereitschaftsmodus befindet, aktiviert. Auch durch Drücken einer Taste kann die Sprachsteuerung angestellt werden. Ab dann verarbeitet der Smart Speaker die weiteren im Empfangsbereich gesprochenen Worte, indem er sie über das Internet an den Server des Herstellers weiterleitet. Hier werden die Befehle in Aktionen umgesetzt: Mithilfe des digitalen Assistenten können Playlists gestartet, Einkäufe im Internet getätigt und Wetterprognosen erfragt werden. Der Funktionsumfang ist dabei vom Gerät und zusätzlich zu erwerbenden Funktionserweiterungen abhängig.

Alexa & Datenschutz: Welche Daten sammelt Alexa?

Der Grund, warum Alexa, der Google Assistant und andere Sprachassistenten von Datenschützern als potenzielles Sicherheitsrisiko eingeschätzt werden, ist der Umstand, dass sich die Hersteller nicht klar genug dazu äußern, in welchem Ausmaß Geräte wie Alexa Daten sammeln – und an wen diese weitergegeben werden. Im Fall von Amazon Echo werden Sprachbefehle, aber auch möglicherweise nicht für den Assistenten bestimmte Kommunikationsbestandteile in der Amazon Cloud gespeichert und überdies zusätzlich zur automatisierten Computerauswertung von Mitarbeitern der Amazon Sprachanalyse-Teams angehört, transkribiert und analysiert. Damit werden nicht nur Informationen zur Lieblingsmusik, bevorzugten Nachrichtenportalen und dem Online-Einkaufsverhalten erfasst, sondern möglicherweise auch sensible Daten – das nicht unplausible Horrorszenario des Alexa Datenschutz Risikos reicht von Mitschnitten intimer Gespräche bis zur unbeabsichtigten Preisgabe vertraulicher Bankdaten. Außerdem speichern die smarten Assistenten Standortdaten, IP-Adressen und diverse Eingaben, die gar nicht per Sprachbefehl erfolgen. Laut Amazon hat allerdings jeder Kunde die Möglichkeit, die Sprachaufzeichnungen zu überprüfen, zu verwalten und zu löschen.

Wie sicher sind Sprachassistenten?

Wie genau es der Sprachassistent mit Datenschutz nimmt, kann derzeit nicht abschließend beantwortet werden – so warnen unter anderem die Verbraucherzentrale und die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, dass der Nutzer nicht ausreichend darüber aufgeklärt werde, was genau mit den erfassten Informationen passiere. Allerdings ist niemand den Geräten ausgeliefert: Alle Sprachassistenten können nicht nur auf „stumm“, sondern auch auf „taub“ gestellt werden und zeichnen dann keinerlei Gespräche oder Hintergrundgeräusche mehr auf. Die Funktionen werden dadurch natürlich eingeschränkt.

Praxistipp: Wer im eigenen Smart Home die Unterstützung der digitalen Assistenten in Anspruch nimmt, sollte Besucher darüber informieren, dass möglicherweise auch Äußerungen der Gäste gespeichert werden, oder möglichen Problemen durch das Ausschalten des Geräts zuvorkommen. Unabhängig davon, ob in solchen Fällen die Strafandrohung des § 201 StGB in Bezug auf das Aufzeichnen von Gesprächen ohne Einwilligung zur Anwendung kommt, ist die Privatsphäre Dritter zu schützen.

Alexa: Datensicherheit und Schutz vor ungewollten Einkäufen optimieren

Nicht strafbar, aber ärgerlich ist es, wenn der clevere Assistent beispielsweise auf die Willensäußerung des Nachwuchses, einen bestimmten Film zu sehen, mit einem entsprechenden Einkauf reagiert. Zu unautorisierten Bestellungen soll es bereits des Öfteren gekommen sein. Auch hier ist Vorbeugen möglich, indem die Möglichkeit, Einkäufe über die Sprachsteuerung zu tätigen, komplett ausgestellt oder von der Eingabe eines Codes abhängig gemacht wird. Bei Amazons Alexa lassen sich Bestellungen verfolgen und stornieren; im schlimmsten Fall kann grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen von einem durch den Assistenten im Internet getätigten Kaufvertrag zurückgetreten werden, da er rechtlich als Fernabsatzvertrag (§ 312c BGB) zu werten ist. Kommt es in diesem Zusammenhang wider Erwarten doch zu Rechtsstreitigkeiten, kann eine Rechtsschutz-Versicherung für den privaten Lebensbereich helfen.


Dieser Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei VETO Rechtsanwaltsgesellschaft mbH auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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