Energiewende privat: So sparen Privathaushalte Kosten

Klimaschutz geht jeden an – und beginnt in den eigenen vier Wänden. Weniger Auto, mehr Fahrrad oder ÖVP, Elektrogeräte austauschen, die Stromschleudern sind, Akkus erst aufladen, wenn sie sich komplett entleert haben. Dazu möglichst viele Geräte vom Strom ziehen, statt im Stand-by-Modus zu lassen: Wer im Kleinen anfängt, kann zu etwas Großem beitragen. Denn je weniger alle verbrauchen, desto mehr wird die Umwelt insgesamt entlastet. Und was der Umwelt guttut, freut auch das Portemonnaie.

In nahezu jedem Privathaushalt stecken Energiesparpotentiale, die die jährlichen Stromkosten um ungefähr 30 Prozent senken könnten. Das macht bei einer vierköpfigen Familie schon eine ganze Menge aus – vor allem, wenn jedes Kind ein eigenes Zimmer hat und abends im ganzen Haus das Licht brennt. Weit oben auf der Einspar-Liste rangiert daher die Beleuchtung.

Es werde Licht! Aber bitte energiesparend

Zu Beginn haben sich Viele beschwert: Das Licht sei ungemütlich, zu kalt, zu weiß. Mittlerweile haben sich Energiesparlampen sehr viel weiterentwickelt und tun es weiterhin, LED ist hinzu- und ebenfalls noch nicht am Ende der Lichterkette angekommen. Im Vergleich zu einer 60-Watt-Glühbirne verbraucht eine LED-Lampe ca. sechs Mal weniger Strom. Wer das auf alle Lampen im Haushalt hochrechnet, kann spürbar Kosten senken. Im Gegensatz zur Energiesparlampe leuchtet LED beim Anschalten sofort und muss nicht als Sondermüll entsorgt werden. Sie gelten als Leuchtmittel der Zukunft und sollen die Energiesparlampen immer mehr ablösen. Die war direkte Nachfolgerin der Glühlampe und ist heute in vielen verbesserten Variationen erhältlich – so schnell wird ihr wohl nicht das Licht abgedreht. Im Internet finden sich viele Webseiten mit Vergleichen zu Leistung und Licht, es ist vor allem eine Frage der persönlichen Vorliebe, wo es wie hell sein soll.

Energieeffiziente Haushaltsgeräte

In den rund 41 Millionen Haushalten in Deutschland sammeln sich eine ganze Menge elektronischer Geräte an: Kühlschrank, Waschmaschine, Fernseher, Herd –das sind nur die Basics. Wer ein neues Haushaltsgerät anschaffen will oder muss, sollte beim Kauf auf dessen Energielabel achten. Das A mit drei Sternchen steht für höchste Energieeffizienz und ist schon ein guter Kaufratgeber. Wen die zusätzlichen Angaben auf dem Energielabel eventuell irritieren, ziehen Sie unbedingt einen Verkäufer zu Rate. Besonders energieeffiziente Geräte sind meistens teurer, rechnen sich am Ende aber wegen ihrer Langlebigkeit und ihres niedrigen Verbrauchs. Grundsätzlich gilt: Was ausgeschaltet werden kann, sollte auch ausgeschaltet und vom Netz genommen werden. Viele Geräte, wie zum Beispiel der Fernseher, verbrauchen in dem Moment Strom, wo der Stecker in der Steckdose steckt – selbst, wenn sie nicht angeschaltet sind. Nützlich sind daher schaltbare Mehrfachstecker, die zum Beispiel nachts einfach abgeschaltet werden können. Vor allen Dingen bei der Herstellung neuer Geräte berücksichtigen die Produzenten das zunehmende Bedürfnis, energiesparende Geräte anzuschaffen.

Voller Kühlschrank, volleres Portemonnaie

Doch nicht nur die Wahl des Geräts, auch dessen Nutzung entscheidet über den Stromverbrauch. Ein voller Kühlschrank verbraucht weniger Strom als ein nahezu leerer, weil die zu kühlenden Zwischenräume kleiner sind. Zu den Stromfressern im Haushalt zählen Wäschetrockner. Wer auf ihn verzichten kann, tut der Umwelt und seinem Portemonnaie etwas Gutes. Hilfreich ist andernfalls, die Trommel nur mit gut vorgeschleuderter Wäsche und vor allem möglichst vollständig zu füllen: Das spart Verbrauch und steigert die Effizienz. Gleiches gilt für Waschmaschine und Geschirrspüler. Sind sie nur halb gefüllt, ist das verschenkte Energie.

Solaranlage zuhause: Da geht die Sonne auf!

Der größte Gewinner der privaten Energiewende ist die Photovoltaik- bzw. Solarenergie. Vor allem Hausbesitzer haben ihre Dächer mit Solaranlagen aufgerüstet und so in den vergangenen Jahren Kilowattstunden Strom in zweistelliger Milliardenhöhe erzeugt. Besonders durchgesetzt haben sich Solaranlagen zur Versorgung mit Warmwasser. Das Bundeswirtschaftsministerium bietet Eigentümern und künftigen Bauherrn Förderprogramme, die bei der örtlichen Verbraucherzentrale angefragt werden können. Diese gelten auch für die Dämmung von Gebäuden, durch die eine beträchtliche Höhe an Heizkosten eingespart werden kann.

Mittlerweile gibt es auch kleine Solar-Anlagen, die Sie sich als Mieter auf den Balkon stellen können. Hierbei sollten allerdings Kosten und Nutzen genau abgewogen werden: Aufwand und Preis amortisieren sich erst nach einigen Jahren.

Tipp: Wer Warmwasser über einen Durchlauferhitzer bezieht, sollte diesen nur so hoch einstellen, wie das Wasser allenfalls heiß sein soll. Fürs Duschen gelten z. B. ca. 40 Grad. Steht er immer auf höchster Stufe, verbraucht er mehr Strom, obwohl das sehr heiße Wasser nie angefordert und mit kaltem Wasser abgekühlt wird.

Stromanbieter wechseln

Wer eher aus ökologischen als aus ökonomischen Gründen Energie sparen möchte, kann zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zuhause mit den angegebenen Tipps Strom sparen und gleichzeitig zu einem Öko-Stromanbieter wechseln. Leider sind diese noch immer häufig etwas teurer als übliche Anbieter. Im Wirrwarr der Stromnetzbetreiber- und -zulieferer versichern Öko-Stromanbieter, weitestgehend oder gar ganz Strom aus erneuerbaren Energien zu liefern. Die Erzeugung von Ökostrom ist CO2-neutral und daher nachhaltig und klimafreundlich. Sie hat einen großen Anteil an der Senkung der CO2-Emissionen in Deutschland. Ein Umstieg steigert nicht nur die persönliche Klimabilanz, sondern auch den Ausbau der Anlagen für erneuerbare Energien, schafft damit zukunftsfähige Arbeitsplätze und wird sich langfristig auch auf die Kosten auswirken.