Home Office – nur, wenn sich alle an die Spielregeln halten, klappt es

Für viele Freiberufler wie Journalisten oder Kreative ist das Arbeiten von Zuhause aus Normalität und ganz absichtlich so gewählt. Für Angestellte gilt diese Möglichkeit nur in den seltensten Fällen und sie müssen für eine einvernehmliche Lösung mit ihrem Arbeitgeber, wenigstens einen Teil ihrer Aufgaben von Zuhause aus zu erledigen, oft lange kämpfen. Denn im Gegensatz zu anderen Ländern der EU, beispielsweise den Niederlanden, gibt es in Deutschland keinen Rechtsanspruch auf Arbeiten im Home Office. Andersrum kann der Arbeitgeber den Mitarbeiter dazu auch nicht verpflichten, seine Tätigkeiten von Zuhause auszuüben.

Aktuell lassen erst knapp 40 Prozent der Unternehmen Mitarbeiter auch Zuhause ihren Dienst tun. Doch das entspricht nicht dem Bedarf der Arbeitnehmer. Hier möchte ein Großteil einige der Tätigkeiten aus dem Home Office erledigen oder zumindest die Möglichkeit haben, hin und wieder von daheim aus zu arbeiten. Die wachsende Digitalisierung macht es möglich und der immer größer werdende Wunsch nach einer gesunden Work-Life-Balance.

Trautes Heim, Arbeit allein

Home Office kommt fast ausschließlich für Menschen in Frage, die ihre Arbeit sonst in einem Büro vor einem Computer verrichten. Wer schon einmal in einem Großraumbüro saß, weiß, wie störend Gespräche, Telefonate oder auch das Getippe der anderen für die eigene Konzentration sein kann. Die Ruhe in den heimischen Wänden ist durchaus zum Vorteil der Produktivität des Arbeitnehmers zu werten und damit auch einer für den Arbeitgeber. Hinzu kommt die flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit: Fahrtwege und Staus fallen weg, nachmittags können die Kinder betreut und abends weitergearbeitet werden. Doch Home Office bedeutet nicht, die Arbeit von Zuhause aus entspannter angehen zu lassen und sich zwischendurch dem Wohnungsputz zu widmen, weil es niemand kontrollieren kann. Legen Sie Kernzeiten fest, zu denen eine Erreichbarkeit garantiert wird – so schreibt es das Arbeitszeitgesetz auch vor.

Home Office bedeutet also für den Arbeitnehmer, diszipliniert und möglichst resistent gegen Ablenkung zu sein. Er sollte darauf achten, die Trennung zwischen Beruf und Privatleben einzuhalten. Ein berechtigtes Manko, das für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber mit der Heimarbeit einhergeht, ist die schwächere Bindung zu Team und Unternehmen. Zuhause ist der Mitarbeiter ungestört, aber auch vom Informationsfluss und seinen Kollegen abgeschnitten. Arbeitgeber möchten außerdem eine Ungleichbehandlung vermeiden, wenn nicht allen Angestellten ein Telearbeitsplatz ermöglicht werden kann. Vielleicht kann dies durch Anwesenheitspflichten im Büro ein wenig abgefangen werden.

Optimale Voraussetzungen für Home Office schaffen

Ist das Vorhaben Home Office einvernehmlich für alle beschlossen, gibt es in der Regel eine Zusatzvereinbarung zum Arbeitsvertrag. Arbeitet der Arbeitnehmer komplett von Zuhause aus, können in der Home Office Regelung auch Punkte wie Abschließbarkeit des Arbeitszimmers festgelegt werden. Dies gilt dem Schutz firmeninterner Dokumente vor dem Zugriff Unbefugter. Regulär wird formuliert, wie die Arbeitszeit dokumentiert werden muss. Oft gibt es eine Datenschutzklausel und eine Beschreibung der möglicherweise gestellten Arbeitsmittel, die nicht zusätzlich privat genutzt werden dürfen. Telefon- und Internetanschluss sind für einen Home Office Arbeitsplatz unabdingbar. Oft kommt der Arbeitgeber für zusätzlich anfallende Kosten der Home Office Voraussetzungen auf.

Von Zuhause arbeiten – das hat auch steuerliche Vorteile

Grundsätzlich können Sie ein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen. Dafür braucht es ein paar Grundbedingungen: Ein Arbeitszimmer ist nur dann steuerlich absetzbar, wenn es sich um einen separaten Raum handelt, der auch nur als Büro eingerichtet ist. Stellt das Zimmer den Mittelpunkt der betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit dar, können alle Kosten geltend gemacht werden. Wird nur ein Teil der Aufgaben im Home Office erledigt, wie z. B. bei Lehrern, lassen sich bis zu 1.250,00 Euro pro Jahr von der Steuer zurückholen.