25.09.2019

Insolvenz von Thomas Cook – was Reisende nun wissen müssen

In den letzten Tagen überschlugen sich die Ereignisse: In Folge der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook haben die deutschen Töchter Thomas Cook GmbH, Thomas Cook Touristik GmbH sowie die Bucher Reisen & Öger Tours GmbH Insolvenzanträge eingereicht. Und auch Neckermann Reisen, Thomas Cook Signature und Air Marin gehören zu den von der Insolvenz betroffenen Marken. Nur die ebenfalls zum Konzern gehörende Fluggesellschaft Condor kann dank eines staatlichen Überbrückungskredits in Höhe von 380 Millionen Euro weiter fliegen. Doch wie geht es nun weiter für die betroffenen Kundinnen und Kunden?

Viele Betroffene, viele Unsicherheiten

Ende September 2019 sind weltweit circa 600.000 Menschen mit Thomas Cook im Urlaub. Eine weitere Million bangt derzeit, ob sie ihren wohlverdienten Urlaub überhaupt antreten können. Und auch für die rund 21.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war die Nachricht von der Insolvenz des ältesten Reiseanbieters der Welt ein Schock.

Die gute Nachricht ist, dass Pauschalreisende in Deutschland über den Reisesicherungsschein absichert und damit vor einer Insolvenz des Reiseveranstalters geschützt sind. Dank dieser Absicherung können die Gäste vor Ort im Hotel bleiben, bis ihr Rücktransport organisiert wurde. Darüber hinaus bekommen die Reisenden zum Beispiel die Kosten für die Rückreise erstattet. Und auch bereits geleistete Anzahlungen für zukünftige Reisen sind über diese Versicherung abgesichert.

Doch leider beläuft sich die Deckungssumme auf 110 Mio. Euro pro Gesellschaft und pro Jahr – bei diesen vielen Betroffenen könnte es also sein, dass die Versicherungssumme nicht reicht. In diesem Fall werden die Kosten nur anteilig zurückerstattet. Lediglich die Rückholung aller Pauschalreisenden ist über den Reisesicherungsschein garantiert. Und Menschen, die nur Einzelleistungen wie einen Flug oder ein Hotel über Thomas Cook oder die Tochterunternehmen gebucht haben, sollten keine großen Erwartungen haben. Denn der Sicherungsschein gilt nur für Pauschalreisen.

Tipps für Betroffene

  • Pauschalreisende, die bereits mit Thomas Cook unterwegs sind, können nun Folgendes tun: Mit der Reiseleitung vor Ort Kontakt aufnehmen. Dort können Betroffene erfahren, wann zum Beispiel ihr Rücktransport geplant ist.
  • Pauschalreisende, die ihre Reise mit Thomas Cook noch nicht angetreten haben, können sich schnell Klarheit verschaffen:
    • Das Reisebüro oder den Reiseveranstalter ansprechen. Diese Stellen können klären, ob die gebuchte Reise wie geplant stattfindet oder nicht. 
    • Ansprüche frühzeitig anmelden: Sollte die geplante Reise nicht stattfinden, kann umgehend die Rückerstattung bereits bezahlter Kosten verlangt werden.
    • Ansprüche sind nach der Insolvenzanmeldung beim Versicherer bzw. beim dafür beauftragten Abwicklungsdienstleister geltend zu machen.

Urlauber, die lediglich Einzelleistungen gebucht haben, können ihre Ansprüche nur über die sogenannte Insolvenztabelle geltend machen. In diesem Verzeichnis werden alle angemeldeten und überprüften Forderungen gesammelt. Nach Beendigung des Insolvenzverfahrens wird die Höhe der Rückzahlungen dann nach einer Quote bestimmt.

Für alle drei Gruppen von Betroffenen gilt: Wenn sie eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, sollten sie ihren Versicherer frühzeitig informieren – ganz gleich, ob die Reise schon angetreten wurde oder nicht. Auch die Beratungs- und Informations-Hotlines der Versicherer helfen schnell und unkompliziert weiter.

Das Extra

Unsere Hotline für betroffene DEURAG Kunden

Services für DEURAG Kunden

  • Telefonische Rechtsberatung: Gut aufgestellt ist, wer eine Reiserechtsschutz-Versicherung bei der DEURAG abgeschlossen hat. Denn selbstverständlich steht die DEURAG ihren Versicherten auch in dieser Angelegenheit mit Rat und Tat zur Seite: Betroffene können sich telefonisch von unabhängigen, kompetenten Rechtsanwälten beraten lassen und eine juristisch verbindliche Ersteinschätzung einholen. Der Anruf wird nicht als Schadensfall gewertet, es entstehen keine Kosten für die Versicherten.
  • Thomas Cook Insolvenz – Informations-Service: Servicepartner der DEURAG bietet betroffenen Versicherungskunden über seinen Newsticker stets die aktuellsten Neuigkeiten zur Insolvenz von Thomas Cook, vor allem aber hilfreiche und konkrete Hinweise zum weiteren Vorgehen.
  • Schadensmeldung: Betroffene sollten frühzeitig ihre Ansprüche geltend machen. Die vom Insolvenzverwalter benötigten Dokumente können über ein Webformular hochgeladen werden. In diesem Portal finden alle, die noch vor Ort im Urlaub sind, die Sicherungsbestätigung für die Hotel- und Flugkosten auf Deutsch und Englisch.

Wer wissen will, wie hoch die Entschädigung bei einem verspäteten oder sogar ausgefallenen Flug sein wird, kann sich die voraussichtlich zu erwartende Summe im Fluggastentschädigungsrechner der DEURAG ausrechnen lassen.


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