23.05.2019

Kaufnebenkosten – Das kommt auf Sie zu

Wer ein Haus kauft, muss bei der Finanzierung mit mehr als dem reinen Kaufpreis kalkulieren. Nicht nur der Verkäufer hält seine Hände auf, sondern auch der Fiskus. Aus welchen Positionen sich die Kaufnebenkosten bei einem Immobilienkauf zusammensetzen und wie hoch diese ausfallen, zeigt Ihnen dieser Artikel.

Welche Kosten werden beim Immobilienkauf fällig?

Die Gesamtkosten für einen Immobilienkauf setzen sich aus dem Kaufpreis und den Kaufnebenkosten zusammen. Während man beim Kaufpreis in der Regel mit einem fixen Wert kalkulieren kann, variieren die Kaufnebenkosten. Als Kaufnebenkosten werden alle Kosten bezeichnet, die zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis einer Immobilie hinzukommen. Dazu zählen:

1. Kosten für einen Gutachter

Wenn man sich unsicher ist, ob der Kaufpreis für die gewünschte Immobilie angemessen ist, sollten man sich von einem Sachverständigen beraten lassen. Dieser fertigt anhand von Grundstücksgröße, Bauvolumen und Zustand ein Immobilien-Gutachten an. Die Kosten für ein Gutachten können grundsätzlich frei ausgehandelt werden und sich daher stark unterscheiden. Es gibt jedoch eine unverbindliche Honorartarifempfehlung des Bundesverbandes Deutscher Grundstücksachverständiger e.V. (BDGS), die als Orientierungshilfe dienen kann.

2. die Maklerprovision

Möchten man den Immobilienkauf über einen Makler abwickeln, verlangt dieser eine Provision. Diese liegt in der Regel zwischen 3 und 7 Prozent des Kaufpreises plus Mehrwertsteuer.

3. Finanzierungsnebenkosten

In vielen Fällen wird für einen Immobilienkauf ein Darlehen aufgenommen. Die Nebenkosten für die Finanzierung, wie beispielsweise Zinsaufschläge und Kontogebühren, kann man sich von seinem Kreditinstitut ausrechnen lassen. Banken sind nach der Preisangabenverordnung gesetzlich verpflichtet, über alle Kosten für einen Kredit zu informieren.

4. Notargebühren

Ein Immobilien-Kaufvertrag wird erst rechtskräftig, wenn dieser notariell beurkundet ist. Die Notarkosten sind in einer Gebührenordnung festgelegt und richten sich nach dem Kaufpreis des Objekts. Im Durchschnitt liegen die Kosten bei ca. 1 Prozent des Kaufpreises.

5. Grunderwerbsteuer

In Deutschland zahlt man für den Immobilienkauf eine Grunderwerbsteuer. Diese beträgt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises. Im Kaufvertrag wird eindeutig festgelegt, ob der Käufer oder Verkäufer die Grunderwerbsteuer zu entrichten hat. Per Gesetz sind zunächst sowohl der bisherige Eigentürmer als auch der Erwerber Steuerschuldner (§ 13 Nr. 2 GrEStG).

6. Grundbucheintrag

Erst mit dem Eintrag ins Grundbuch wird man als Käufer zum rechtlichen Eigentürmer der Immobilie. Für die Eintragung erhebt das Grundbuchamt eine Gebühr, welche in der Gebührenordnung vorgeschrieben ist. Hinweis: Finanziert man seine Immobilie mit Hilfe eines Darlehens, verlangt das Kreditinstitut eine Grundschuld als Sicherheit. Diese wird ebenfalls ins Grundbuch eingetragen und verursacht auf diese Weise weitere Nebenkosten.

Sanierungskosten bei gebrauchten Immobilien

Gebrauchte Immobilien sind günstiger als ein Neubau. Doch bei einer alten Bausubstanz sind häufig umfangreiche Sanierungsarbeiten fällig. Diese sollte man zusätzlich zum Kaufpreis und den Kaufnebenkosten der Immobilie einplanen. Um die Aufwendungen realistisch einschätzen zu können, sollte man einen erfahrenen Handwerker oder Architekten hinzuziehen, welcher den Sanierungsaufwand und die damit verbunden Kosten anhand der Bausubstanz kalkuliert.

Nebenkosten beim Haus- oder Wohnungskauf: Ein Rechenbeispiel

Man sollte rechtzeitig eine Kalkulation aufstellen, bevor man ein Haus oder eine Wohnung kauft. Kaufnebenkosten werden häufig nicht in die Immobilienfinanzierung des Kreditinstituts einbezogen und müssen aus eigenen Mitteln bezahlt werden. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Höhe möglicher Nebenkosten. Möchte man eine Immobile zum Preis von 300.000 Euro kaufen, fallen in etwa folgende Kosten an:

Kosten bei Kauf

Festgelegter Prozentsatz

Höhe der Kosten

Immobiliengutachten

Je nach Umfang und Art

1.500 Euro

Maklerprovision

Je nach Bundesland, ca. 3,5 %

10.500 Euro

Notargebühren und Grundbucheintrag

Je nach Bundesland, ca. 1,5 %

4.500 Euro

>Grunderwerbsteuer

Je nach Bundesland, ca. 6,5 %

19.500 Euro

Sanierungskosten

Je nach Zustand

ca. 7.000 Euro

Gesamt

 

43.000 Euro

Kaufnebenkosten beim Bauen

Beim Hausbau sammeln sich bis zur Fertigstellung des Hauses zusätzlich zu den Kosten für Architekt, Bauleiter und Handwerker diverse Nebenkosten an. Dazu zählen:

  • die Kosten für die Sicherung der Baustelle 
  • Gebühren für den Baustellenstrom 
  • Versicherungsprämien für die Gebäudeversicherung während der Bauphase
  • die Kosten für die Entsorgung des Erdaushubs

 

Wie hoch die jeweiligen Posten anfallen, hängt von der Größe des Bauprojekts sowie den individuellen Tarifen bei Stromanbietern und Versicherungen ab.

Kosten für Versicherungen: Gehen Sie auf Nummer sicher

Als Eigentümer einer Immobilie benötigt man eine Gebäudeversicherung, um das Haus oder seine Wohnung bei Blitzschlag, Brand, Sturm- und Wasserschäden abzusichern. Möchten man seine Immobile vermieten, empfiehlt sich der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung für Vermieter. Diese steht Ihnen bei Rechtsstreitigkeiten mit Mietern zur Seite und schützt vor den finanziellen Folgen eines Rechtsstreits.


Dieser Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei VETO Rechtsanwaltsgesellschaft mbH auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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