Leasingfahrzeuge richtig versichern: Darauf müssen Sie bei Vertragsabschluss achten

Auto Leasing gewinnt als Alternative zum Kauf zunehmend an Popularität. Doch was passiert, wenn Leasingfahrzeuge beschädigt oder sogar gestohlen werden? Ist es schlimm, wenn ich beim Parken eine kleine Schramme reinfahre? Im Gegensatz zum Autokauf, bei dem der Fahrzeughalter auch Besitzer ist, gehört das Fahrzeug beim Leasingkauf immer noch der Leasinggesellschaft. Sie als Nutzer sind in der Fachsprache nur der „Halter“ und müssen, gerade was die Haftung im Schadensfall betrifft, besonders abgesichert sein. Wie das genau geht und was man beim Leasing mit Versicherung zu beachten hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wozu brauche ich beim Leasing eine zusätzliche Versicherung?

Grundsätzlich sehen Leasingverträge vor, dass der Leasingnehmer in angemessenem Umfang dafür zu sorgen hat, dass das Fahrzeug gegen Beschädigungen und Diebstahl versichert ist. Doch was verbirgt sich hinter dieser sperrigen Formulierung „im angemessenen Umfang“? Hier hilft ein Blick in die Vertragsunterlagen, wo alle Vereinbarungen schriftlich und detailliert geregelt werden. Nicht alle Leasinggesellschaften haben nämlich die gleichen Auflagen oder bieten die geforderte Versicherung als Teil der Leasingrate an. Während einige Gesellschaften mit einer Teilkaskoversicherung zufrieden sind, fordern andere gleich eine Vollkasko. Die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Versicherung ist für die Erfüllung von Verpflichtungen aus einem Leasingvertrag jedenfalls nicht ausreichend. Letztendlich schützen sich Leasinggeber mit der geforderten Zusatzversicherung davor, auf dem Schaden sitzen zu bleiben, sollte der Leasingnehmer nicht dafür aufkommen können. Wenn durch Unfall oder Ähnliches tatsächlich ein Schaden am Fahrzeug auftritt, übernimmt die Versicherung nicht nur die Reparaturkosten, sie gleicht auch den Wertverlust des Fahrzeugs aus, welches jetzt als Unfallfahrzeug eingestuft wird.

Ein Vergleich der Versicherungen lohnt sich

Während manche Leasinggesellschaften bei Abschluss eines Vertrages gleich das ganze Servicepaket inklusive Versicherung anbieten, gibt es andere, die einem die Wahl nach der richtigen Versicherung freistellen. Hier sollte man in jedem Fall vergleichen und sich ausgiebig beraten lassen, denn die Leistungen und Preise weichen erheblich voneinander ab. Zwar kann es komfortabel sein, wenn eine Leasinggesellschaft das Rundum-Sorglos-Paket anbietet, doch wirklich preiswert ist dies eher selten. Eine wichtige Rolle bei der Höhe der Versicherungsrate spielt die Schadenfreiheitsklasse, die sich auf die Dauer der Fahrpraxis und verschuldete Unfälle bezieht. Wer lange unfallfrei gefahren ist, bekommt natürlich bessere Konditionen. Um die Versicherungsleistungen in Anspruch nehmen zu können, müssen die Fahrzeughalter regelmäßig zur Inspektion und dürfen Leasingfahrzeuge nur in festgelegten Vertragswerkstätten reparieren lassen.

Welche Versicherung ist wirklich nötig?

Häufig wird dem Leasingnehmer eine Kombination aus Vollkasko, Teilkasko, Haftpflicht, Verkehrs-Rechtsschutz und der sogenannten Gap Versicherung angeboten. Ob all diese Versicherungen für jeden wirklich notwendig sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Einige Leasinggesellschaften geben sich nicht mit einer Teilkasko zufrieden und verlangen von vorn herein den Abschluss einer Vollkaskoversicherung. Davon abgesehen, wird der Leasingnehmer ein Vollkasko Leasing abschließen wollen, wenn das Fahrzeug ein Neuwagen, oder aber so teuer ist, dass er einen Totalschaden nicht aus eigener Tasche begleichen könnte. Da man den Schaden bei Selbstverschulden aber in jedem Fall ersetzen muss, sollte man sich schon ganz genau überlegen, ob man sich mit einer Teilkasko zufrieden geben will. Doch nicht immer macht eine Vollkasko Sinn. Bei den sogenannten Leasingrückläufern kann man unter Umständen auf eine solche Komplettabsicherung verzichten. Leasingrückläufer sind gebrauchte Fahrzeuge, die schon ein oder mehrere Male vermietet wurden. Auch besonders wichtig ist eine umfassende Verkehrs-Rechtsschutz Versicherung, denn kommt es mal zu einer Streitigkeit wer wo die Schuld an einem Unfall trägt, ist diese Police für Leasingfahrzeuge unverzichtbar!

Welche Arten von Versicherungen gibt es noch?

Einen genaueren Blick sollte man auf die so genannte Gap Versicherung werfen. Das Englische Wort Gap für "Lücke" beschreibt dabei jenen Zahlungsausfall, der entstehen würde, wenn die Vollkaskoversicherung bei einem vorzeitigen Ende des Vertragsverhältnisses durch Totalschaden oder Diebstahl aufgelöst wird. Da eine Vollkaskoversicherung nur den Zeitwert des Autos ersetzt, kann hier eine größere Lücke zur Forderung der Leasinggesellschaft entstehen, welche das Auto zum Wiederbeschaffungswert einfordert. Ob man eine solche Zusatzversicherung abschließen sollte oder nicht, kann man im Zweifel beim Leasingpartner selber erfragen. Eine weitere sinnvolle Ergänzung, um das Leasingfahrzeug zu versichern, kann die sogenannte Restschuldversicherung bieten. Diese sorgt für eine Fortzahlung der Leasinggebühr, wenn der Leasingnehmer durch Krankheit oder Tod nicht mehr zahlungsfähig ist.