16.05.2019

Rauchmelderpflicht – Alles, was man wissen muss

Die Installation von Rauchmeldern ist in den meisten Bundesländern Pflicht. Die kleinen Geräte warnen frühzeitig bei Rauchgasentwicklung und retten auf diese Weise Menschenleben. Doch wo genau müssen Rauchwarnmelder montiert werden, wer ist für die Installation zuständig und wer übernimmt die Kosten? Dieser Artikel fasst die wichtigsten Informationen für Sie zusammen.

Rauchmelderpflicht: Die aktuelle Gesetzeslage

Die Rauchmelderpflicht gilt in Deutschland seit dem 22.7.2013 für alle Neubauten, Umbauten sowie Bestandsbauten. Sie ist in den Bundesländern in den jeweiligen Landesbauordnungen geregelt. Darin heißt es:

„Rauchmelder sind so anzubringen und zu betreiben, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Die Erreichung des Schutzziels ist vom Eigentürmer einer Wohnung bzw. eines Wohnhauses unbedingt sicherzustellen und zwar – mangels ausdrücklicher anderer Regelung – an jedem Tag eines Jahres und zu jeder Stunde.“

Wie genau diese gesetzliche Verpflichtung praktisch umzusetzen ist, regelt die deutsche Anwendungsnorm DIN 14676 mit dem Titel „Rauchmelder für Wohnhäuser, Wohnungen und Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung – Einbau, Betrieb und Instandhaltung“. Die Anwendungsnorm besagt:

„Wegen der verminderten Wahrnehmung von Brandrauch im Schlaf sind Schlafbereiche, insbesondere Kinder- und Schlafzimmer sowie Flure durch Rauchmelder zu überwachen. Bei offenen Verbindungen mit mehreren Geschossen ist mindestens auf der obersten Ebene ein Rauchmelder zu installieren. Rauchmelder sind so anzubringen, dass sie vom Brandrauch ungehindert erreicht werden können, damit Brände in der Entstehungsphase zuverlässig erkannt werden.“

Worauf sollte man beim Kauf von Rauchwarnmeldern achten?

Für in Deutschland verkaufte Rauchmelder sind das CE-Kennzeichen, ein Hinweis auf die europäische Produktnorm EN 14604 sowie die Angabe des Herstellers, welcher den Rauchmelder auf den Markt gebracht hat, gesetzlich vorgeschrieben.

Möchte man seine Immobile mit einem besonders hochwertigen Rauchwarnmelder ausstatten, achtet man beim Kauf auf das sogenannte Q-Zeichen. Dabei handelt es sich um ein unabhängiges Qualitätszeichen für hochwertige Rauchmelder, deren Langlebigkeit und höhere Sicherheit vor Fehlalarmen geprüft wurden. Q-Rauchmelder werden von der Stiftung Warentest empfohlen und bieten folgende Vorteile:

  • eine permanente Betriebsbereitschaft
  • kein jährlicher Batterieaustausch durch eine fest eingebaute 10-Jahres-Batterie
  • eine nachgewiesene Lebensdauer von mindestens 10 Jahren
  • eine Reduktion von Falschalarmen

 

Rauchmelder: Einbau und Wartung – wer trägt die Kosten?

Die Kosten für die Installation von Rauchmeldern müssen bundesweit vom Eigentümer beziehungsweise Vermieter übernommen werden. Vermieter können die Einbaukosten jedoch in Form von Modernisierungskosten auf den Mietpreis aufschlagen. Bis zu 11 Prozent pro Jahr sind möglich.

Einige Vermieter erklären sich freiwillig bereit, die Wartung zu übernehmen, andere übertragen die Pflicht zur Sicherstellung der Betriebsbereitschaft durch einen Passus im Mietvertrag auf die Mieter. Doch Obacht: der Vermieter muss sicherstellen, dass der Mieter sowohl physisch als auch psychisch in der Lage ist, die übernommene Aufgabe zu begreifen und zuverlässig durchzuführen.

Eine andere Frage ist, ob ggf. mietrechtlich Kosten für die Rauchmelder vom Vermieter auf den Mieter umgelegt werden können. Dies kommt zwar als Modernisierungskosten (Anteil der Einbaukosten) oder Betriebskosten (Kosten für Anmietung oder Wartung) in Frage, ist aber in beiden Fällen in der Rechtsprechung strittig. Hier gibt es unterschiedliche Amtsgerichtsurteile.

Rauchmelder: Wo anbringen?

Laut der Anwendungsnorm DIN 14676 müssen folgende Räume mit einem Rauchwarnmelder ausgestattet sein:

  • Schlafzimmer
  • Kinderzimmer
  • Rettungswege, die aus diesen Zimmern führen (z.B. Flure und Durchgangswege)

 

Mehr als ein Rauchmelder ist in der Regel notwendig für Räume, die:

  • eine Größe von mehr als 60 Quadratmetern aufweisen
  • in L-Form oder einer anderen unregelmäßigen Form angelegt sind
  • über schräge Decken verfügen

 

Grundsätzlich gilt: Rauchmelder sollten mittig an der Decke platziert werden, um eine optimale Funktionalität zu gewährleisten.

Checkliste: Wartung von Rauchmeldern

Eigentümer und/oder Mieter sind verpflichtet, installierte Rauchmelder entsprechend den Herstellerangaben, mindestens jedoch einmal jährlich zu warten und die Betriebsbereitschaft sicherzustellen. Mit der folgenden Checkliste gelingt die Wartung binnen weniger Minuten:

  • Batterieprüfung: Stellen Sie sicher, dass der Rauchmelder über ausreichend Energie verfügt. 
  • Prüfung auf Beschädigung: Ist der Rauchmelder offensichtlich beschädigt, ist ein Austausch des Gerätes notwendig.
  • Prüfung auf Verschmutzung: Alle Öffnungen, in die Rauch eindringen kann, sollten frei von Schmutzpartikeln sein. Ist Ihr Rauchmelder verschmutzt, sollten Sie diesen vorsichtig mit einem weichen Tuch oder einem Pinsel reinigen.
  • Prüfung auf ausreichend Freiraum: Stellen Sie dauerhaft sicher, dass im Umkreis von 50 cm keinerlei Hindernisse, wie beispielsweise Lampen oder Dekorationsgegenstände, vorhanden sind.
  • Auslösen eines Probealarms: Betätigen Sie den Testknopf und lösen Sie einen Probealarm aus. Auf diese Weise stellen Sie fest, ob der Rauchmelder im Alarmfall ausreichend laut piept und blinkt.

Wenn der schlimmste Fall eintritt: Welche Versicherung zahlt bei Feuer?

Bei einem Wohnungsbrand haften verschiedene Versicherungen für unterschiedliche Schäden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Wohnungsbrand

Diese Versicherung zahlt

Durch Feuer oder Löschwasser beschädigte Möbel, Elektrogeräte und Wertgegenstände

Hausratversicherung des Bewohners

Durch Feuer oder Löschwasser entstandene Schäden am Gebäude

Wohnungsgebäudeversicherung des Eigentürmers

Schäden durch Feuer und Folgeschäden, von denen Dritte betroffen sind

Privathaftpflichtversicherung des Verursachers

Möchten Sie Ihre Immobilie vermieten, sollten Sie unbedingt eine Rechtsschutzversicherung für Vermieter abschließen. Diese steht Ihnen im Brandfall beratend zur Seite und schützt Sie vor den finanziellen Schäden eines Wohnungs- oder Hausbrandes.


Dieser Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei VETO Rechtsanwaltsgesellschaft mbH auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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