28.01.2019

Wenn der Kunde nicht zahlt – Richtig Mahnen

Sie haben eine Leistung erbracht und der Kunde zahlt nicht? Dann haben Sie ein Problem, denn Sie wollen ja nicht aufgrund säumiger Kunden selbst in Liquidationsprobleme geraten. Was tun, wenn der Kunde nicht zahlt? Für diesen Fall gibt es fest vorgeschriebene Abläufe, die Ihnen helfen können, schnell an Ihr Geld zu kommen.

Zahlungserinnerung oder Mahnung?

Zahlungserinnerung, Mahnung, wie ist die Reihenfolge? Seinem Kunden eine Mahnung zu schicken – das ist ein bisschen, wie mit der Tür ins Haus fallen. Ihn aber mit einer freundlich formulierten Zahlungserinnerung darauf aufmerksam zu machen, dass Sie beide – im wahrsten Sinne – noch eine offene Rechnung zu begleichen haben – ist zunächst der höflichere Weg. Rechtliche Konsequenzen ergeben sich daraus jedoch nicht, denn dafür muss der säumige Zahler mittels einer offiziellen Mahnung in Verzug gesetzt werden.

Richtig mahnen bei Zahlungsverzug

Das außergerichtliche Mahnverfahren im Ablauf: Bleibt die Zahlungserinnerung ohne Reaktion oder haben Sie sich diesen allerersten Schritt ganz gespart, ist es nun Zeit für die erste Mahnung.

Damit sie rechtsgültig ist, muss der Inhalt einer Mahnung bestimmte Punkte enthalten. In dem Schreiben muss es dem Empfänger klar ersichtlich sein, dass es sich um eine Mahnung handelt – das Wort muss also drinstehen. Absender und Empfänger müssen angegeben werden, genauso wie die Rechnungsnummer, auf die sich das Schreiben bezieht. Auch die erbrachte Leistung sowie die geforderte Summe müssen darin aufgeführt sein. Dazu muss ein konkretes Datum als Zahlungsziel angegeben werden und die entsprechende Bankverbindung, über die das Geld eingehen soll.

Reicht eine Mahnung?

Im Prinzip ja. Lässt der Empfänger der Mahnung die ihm gesetzte Frist ungenutzt verstreichen, können Sie sofort rechtliche Maßnahmen ergreifen. In Deutschland hat sich allerdings eine mehrstufige Mahnkultur etabliert. Nach der ersten erfolglosen Mahnung, folgt in einem gewissen zeitlichen Abstand die zweite, dann die dritte und gleichzeitig letzte. Müssen Sie bei den Mahnungen Zeitabstände einhalten? Ja, denn Sie müssen dem Kunden Raum für seine Zahlungen lassen. Zahlungsziele von zehn Tagen sind üblich, erst danach können Sie rechtswirksam die zweite und schließlich die letzte Mahnung verschicken.

Wie leitet man ein gerichtliches Mahnverfahren ein?

Sobald Ihr Kunde in Zahlungsverzug geraten ist, können Sie ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten. Üblich ist es allerdings, dies erst nach Verstreichen der letzten Mahnung zu tun. Dafür brauchen Sie keine juristischen Vorkenntnisse und zunächst auch keinen Rechtsbeistand.

Wie ist bei einem Mahnverfahren der Ablauf?

Sie müssen beim zuständigen Mahngericht einen Antrag einreichen. Dies ist auch online über das automatisierte gerichtliche Mahnverfahren möglich. Die Gerichtsgebühren dafür tragen zunächst Sie, Sie haben jedoch die Möglichkeit, die Summe als Verzugsschaden vom Schuldner einzufordern. Die Gebühren halten sich im Rahmen, sie betragen bei Rechnungssummen bis 1.000 Euro: 32 Euro, bis 5.000 Euro: 73 Euro und bis 10.000 Euro: 120,50 Euro.

Das Gericht prüft den Antrag auf die entsprechenden Formalien hin und erlässt dann den gerichtlichen Mahnbescheid. Der Empfänger hat nun 14 Tage Zeit, Widerspruch gegen den Bescheid einzulegen. Tut er dies, wird aus dem Mahnverfahren ein Zivilprozessverfahren, und Sie müssen eine Klageschrift verfassen, die Ihre Forderung begründet. Spätestens hier lohnt es sich, eine Rechtsschutzversicherung zu besitzen, denn nun kommt ein Anwalt ins Spiel, der Ihre Interessen vertritt. Legt Ihr Schuldner keinen Widerspruch ein, zahlt aber dennoch weiterhin nicht, erhalten Sie einen Vollstreckungsbescheid, mit dem Sie nun einen Gerichtsvollzieher beauftragen können.

Bezahlt eine Versicherung für ein Inkassounternehmen?

Sie haben keine Zeit und keine Lust, Ihre Forderung gegenüber Ihrem säumigen Kunden selbst durchzusetzten? Dann lassen Sie doch andere diese Arbeit machen, indem Sie ein Inkassobüro beauftragen. Die Kosten für die Beauftragung eines Inkassounternehmens werden jedoch nicht von einer Versicherung gedeckt Doch Kunden der DEURAG werden dank AnspruchPLUS direkt entlastet. Das professionelle Forderungsmanagement trägt für fällige, unbezahlte und unstreitige Rechnungen dazu bei, Außen- und Mietrückstände zu verringern. Wer sich noch vor Vertragsabschluss über die Bonität von potenziellen Vertragspartnern informieren will, erhält professionelle Wirtschaftsauskünfte – deutschlandweit und lokal recherchiert unter AuskunftPLUS.


Dieser Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei Alege auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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