25.03.2019

Studienplatzklage – Funktioniert das wirklich?

Die Schule ist erfolgreich beendet. Sie haben die Hochschulreife in der Tasche und wollen an die Universität, um zu studieren. Doch was, wenn Ihr gewünschter Studienplatz aufgrund von Zulassungsbeschränkungen nicht für Sie verfügbar ist? Eine Studienplatzklage kann eine Option sein. Aber welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein? Wie gestaltet sich die Vorgehensweise und wie sind die Aussichten, mit einer Studienplatzklage Chancen auf Erfolg zu haben und doch noch einen Platz zu erhalten?

Kein Studienplatz bekommen – was nun?

Damit eine Studienplatzklage sinnvoll geführt werden kann und realisierbar ist, sind folgende Grundvoraussetzungen nötig. Sie müssen:

  • über eine Studienberechtigung für eine Hochschule beziehungsweise Fachhochschule verfügen (Abitur oder Fachhochschulreife).
  • die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
  • sich bei der Universität bereits fristgerecht und formal korrekt für Ihr gewünschtes Studium beworben haben.

 

Ablauf Studienplatzklage

Natürlich können Sie eine Studienplatzklage selbst durchführen, allerdings wird allgemein davon abgeraten. Das Hochschulsystem in Deutschland ist ausgesprochen komplex, bürokratisch und uneinheitlich. Sinnvoller ist es, einen Fachanwalt für Hochschulrecht hinzuzuziehen. Dieser informiert Sie ausführlich über die weitere Vorgehensweise und kann Ihnen früh sagen, ob Ihre Studienplatzklage Erfolgsaussichten hat.

Sollten Sie sich dennoch dazu entschließen, Ihre Studienplatzklage selbst einzureichen, finden Sie hier einige Musterschreiben.

Der Anwalt geht bei einer Studienplatzklage prinzipiell genauso vor, wie Sie es auch tun müssten. Zuerst legt er schriftlich Widerspruch gegen die Ablehnung bei dem Absender des Bescheids ein. Achtung: In manchen Bundesländern wird dieser an das Verwaltungsgericht geschickt. Dann wird, direkt an die jeweilige Hochschule und noch im außergerichtlichen Verfahren, ein Antrag auf die Zuweisung eines Studienplatzes außerhalb der Kapazität gestellt. Für den sogenannten AKA, den Antrag auf außerkapazitäre Zulassung, sind je nach Bundesland besondere Fristen zu beachten.

Nachdem diese beiden Schritte durchgeführt wurden, wird vor Gericht der Eilantrag, mit dem die eigentliche Studienplatzklage beginnt, gestellt. Das Verwaltungsgericht prüft nun, ob die Universität über die angegebene Kapazität an Studienplätzen hinaus weitere anbieten beziehungsweise schaffen kann. Kommt das Gericht nach der Prüfung zu dem Schluss, dass dieses möglich ist, ordnet es die Vergabe dieser zusätzlichen Studienplätze an. Da Sie wahrscheinlich nicht der Einzige sind, der eine Studienplatzklage eingereicht hat, entscheidet unter allen Klägern das Los.

Studienplatzklagen – Kosten, die auf Sie zukommen können

Die Summe der Aufwendungen für eine Studienplatzklage setzt sich zusammen aus den Gerichtskosten, den Aufwendungen der Gegenseite (meist die Verwaltung der Hochschule) und den Anwaltshonoraren (die des eigenen und der Gegenseite).

Bei einer Studienplatzklage ohne Anwalt müssen Sie mit etwa 300 Euro an Verwaltungskosten rechnen. Kommt es, im für Sie günstigsten Fall, nach beiden vorgerichtlichen Schritten bereits zu einem Vergleich zwischen Ihnen und der Hochschule, sind die Kosten niedriger. Fallen außerdem Gerichtskosten an, ist es möglich, dass Sie Prozesskostenhilfe beantragen können.

Ziehen Sie für die Studienplatzklage einen Anwalt hinzu, fallen die Kosten weit höher aus. Hier müssen Sie mit 1.000 bis 1.500 Euro rechnen. Allerdings ist die Grenze nach oben offen – klagen Sie beispielsweise gegen mehrere Hochschulen, was möglich ist, oder geht es über viele gerichtliche Verfahrensschritte, kann schnell eine fünfstellige Summe zusammenkommen.

Da die Zahl der Studienplatzklagen in den letzten Jahren explodiert ist, tragen die meisten Rechtsschutzversicherungen die Kosten einer Studienplatzklage übrigens nicht.

Studienplatzklage – Erfolgsquote

Sollten Sie sich auf ein Studium der Human- oder Veterinärmedizin beworben haben, sehen die Chancen auf einen Erfolg der Studienplatzklage schlecht aus. Der geforderte Numerus Clausus ist hoch und viele Studienplatzklagen wurden eingereicht – da ist die Wahrscheinlichkeit, einen Platz zu erhalten, relativ gering. Anders sieht es bei nicht so beliebten Studiengängen aus. Hier kann eine Studienplatzklage durchaus Sinn machen. Falls Sie sich durch einen Anwalt vertreten lassen, kann Ihnen dieser aufgrund seiner Erfahrung bereits vor der Einleitung des Verfahrens sagen, wie die Erfolgschancen einer Studienplatzklage bei einzelnen Hochschulen aussehen.

Bedenken Sie aber, dass Sie auch bei einer erfolgreichen Studienplatzklage ein Risiko eingehen: Bei mehreren Klägern entscheidet das Gericht per Losverfahren – und da kann es passieren, dass Sie, obwohl Sie gewonnen haben, keinen Studienplatz erhalten, aber trotzdem die Kosten des Verfahrens tragen müssen.


Dieser Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei Alege auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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