23.04.2018

Unternehmensgründung mittels Crowdfunding – geht das?

Sie haben eine Geschäftsidee und wollen ein Unternehmen gründen. Doch leider fehlen Ihnen die finanziellen Mittel, um Ihr Projekt in die Tat umzusetzen. Die Banken wollen Sie nicht finanzieren und an zahlungskräftigen Geldgebern mangelt es auch. Wieso versuchen Sie es nicht mit Crowdfunding? Hier macht es, wie der Name schon sagt, die Masse, die Sie überzeugen müssen!

Was ist Crowdfunding?

Ein Instrument des möglichen Fundraisings ist das Crowdfunding. Es steckt quasi noch in den Kinderschuhen, da es erst seit 2010 in Deutschland von Bedeutung ist, was aber nicht heißt, dass Sie damit keinen Erfolg haben können. Der Begriff Fundraising bedeutet übersetzt „Geldbeschaffung“ und wurde ursprünglich für das professionelle Sammeln von Spendengeldern angewandt.

Crowdfunding bedeutet, dass Sie versuchen, von vielen Menschen etwas Geld für Ihre Geschäftsidee zu bekommen. „Schwarmfinanzierung“ ist die genaue Übersetzung des Begriffs. Von Vorteil dabei ist, dass das Risiko jedes Einzelnen, der Sie mit einem kleinen Betrag unterstützen will, weil ihm Ihre Idee gefällt, relativ gering ist. Wer wenig investiert, verliert auch wenig, sollte Ihr Unternehmen nicht funktionieren.

Wo finde ich potentielle Unterstützer?

Eine gute Voraussetzung fürs Gelingen ist eine gute Social Media Basis, denn Ihre eventuellen Unterstützer finden Sie über Crowdfunding Plattformen im Internet.

Der Ablauf der Crowdfunding-Kampagne sieht wie folgt aus:

  • Sie stellen für einen relativ kurzen Zeitraum – meist zwischen 30 und 90 Tagen – Ihre Crowdfunding-Aktion ins Netz, zum Beispiel bei Facebook. Sie schildern Ihr Vorhaben, beziffern Ihr Finanzierungsziel und bitten die Community um Geldbeträge. Von Vorteil ist, wenn Sie im Social Media Bereich bereits gut aufgestellt sind und viele Anhänger haben.
  • Sollte nach Ablauf der Kampagne nicht genug Geld zusammengekommen sein bzw. konnte Ihr Finanzierungsziel nicht erfüllt werden, bekommen die Unterstützer ihr zugesagtes Geld wieder zurück und Ihr Unternehmen wird auf dem Wege des Crowdfunding nicht realisiert.
  • Wird Ihre Idee angenommen und das Crowdfunding ist erfolgreich, sollten Sie vorher schon klar und für alle ersichtlich festlegen, welche Gegenleistung Ihre Unterstützer erhalten.

 

Am Beispiel verdeutlicht

Um Ihnen das Prinzip des Crowdfunding verständlicher zu machen, hier ein Beispiel.

Sie möchten ein Unternehmen gründen das selbstgebackene Hundeleckerlies – bestehend aus besten Bioprodukten – auf Wochenmärkten vertreibt. Sie benötigen dafür ein Startkapital von 3.000 Euro, welches Sie nicht haben. Also wenden Sie sich über eine Social Media Plattform wie Facebook an potenzielle Unterstützer. Diese finden Sie mit ein wenig Recherche auf unzähligen Seiten für Hundeliebhaber, die Sie auf emotionaler Ebene ansprechen können – denn kaum etwas ist größer als die Liebe zum Hund. Hier erläutern Sie Ihre Idee, posten vielleicht Fotos von Hundekeksen in ungewöhnlicher Form oder auch eine selbstgemachte Leberwursttorte für den Geburtstagshund. Menschen, die auf Ihr Unternehmen setzen und sich mit einem kleinen Geldbetrag beteiligen wollen, wird zugesichert, dass sie – bei Realisation der Idee – zum Beispiel einen Preisnachlass beim Kauf von Hundekeksen erhalten, von speziellen Rabattaktionen profitieren oder regelmäßig mit dem Newsletter versorgt werden, der auch außergewöhnliche Backrezepte enthält. Kommen Sie nach Ablauf der angesetzten Kampagnenlaufzeit allerdings nur auf 2.500 Euro, gilt Ihr Crowdfunding als gescheitert und die Unterstützer erhalten ihr Geld zurück.

Formen des Crowdfunding

Neben dem oben beschriebenen klassischen Crowdfunding gibt es noch das

  • Crowdinvesting Der Unterstützer erhält keine Gegenleistung, sondern wird am Gewinn beteiligt. Hat das Unternehmen keinen Erfolg, ist auch das investierte Geld weg.
  • Crowdlending Der Unterstützer verleiht Geld – ohne Zinsen oder zu einem abgesprochenen Zinssatz. Der Vorteil ist, dass diese Zinsen meist niedriger sind, da keine Bankgebühren anfallen.

 

Crowdfunding Plattformen

Neben Social Media Netzwerken existieren in Deutschland spezielle Crowdfunding Plattformen, die Sie ebenfalls nutzen sollten. Das wären:

  • Kickstarter – ideal für Projekte aus Kunst und Kultur
  • Startnext – bietet u.a. eine Online-Sprechstunde und Workshops an
  • Steady – hat sich als Plattform für Filmemacher und Blogger etabliert
  • Indiegogo – gibt kreativen Ideen eine Chance
  • 99 Funken – von der Sparkasse gegründet, um die regionale Wirtschaft zu stärken.

 


Dieser Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei Alege auf rechtliche Korrektheit überprüft.

Weitersagen

Stellen Sie Ihren persönlichen Tarif zusammen