07.01.2019

Unternehmensgründung – Welche Rechtsform eignet sich?

Neben der Finanzierung spielt die Rechtsform für die Unternehmensgründung eine entscheidende Rolle. Welche Rechtsformen gibt es? Welche Rechtsform ist die richtige? Wir zeigen Ihnen die Rechtsformen im Vergleich und nennen Ihnen die entscheidenden Kriterien für die Rechtsformwahl.

Unternehmensgründung: Voraussetzungen, die Sie erfüllen müssen

Um in Deutschland ein Unternehmen gründen zu können, müssen Sie einige formale Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen volljährig sein und dürfen für den Beruf, mit dem Sie sich selbstständig machen wollen, kein Verbot auferlegt bekommen haben. In manchen Branchen müssen Sie außerdem mit einem polizeilichen Führungszeugnis nachweisen, dass Sie nicht vorbestraft sind.

Bevor Sie als Existenzgründer durchstarten können, müssen Sie Ihre geplante Tätigkeit beim Gewerbe- oder Finanzamt anmelden, je nachdem, ob Sie gewerblich oder freiberuflich arbeiten wollen. Außerdem ist ein ausreichender Versicherungsschutz bereits in der Planungsphase sinnvoll. Später kann er unter Umständen einmal Ihre finanzielle Existenz absichern. Ein Kombinations-Rechtsschutz, der Privat-, Berufs-, und Verkehrs-Rechtsschutz beinhaltet, bietet hier umfassende Sicherheit für Selbstständige. Einzelunternehmer sind mit der SMARTKombi gut geschützt.

Einzelunternehmen-Rechtsformen

Der Einzelunternehmer gründet als einzelne natürliche Person seine Firma. Das bedeutet, dass Ihnen die Firma zu 100% gehört. Ihr Vorteil als Einzelunternehmer: Sie brauchen kein vorgeschriebenes Startkapital für die Unternehmensgründung. Die Haftung als Einzelunternehmen: Wenn Sie als Kleingewerbetreibender tätig werden oder sich als Kaufmann e.K. selbstständig machen, haften Sie in vollem Umfang mit Ihrem Gesamtvermögen, also auch dem Privatvermögen. Dafür müssen Sie lediglich ihre Tätigkeit beim Gewerbeamt anmelden, kaufmännisch tätige Unternehmer müssen sich außerdem um den Eintrag ihres Einzelunternehmens ins Handelsregister kümmern.

Personengesellschafts-Rechtsformen

Eine Personengesellschaft besteht – wie der Name schon sagt – aus mindestens zwei Personen. Die verschiedenen Rechtsformen sind die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die Partnerschaftsgesellschaft, die offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft (KG).

Die Vorteile einer Personengesellschaft: Die beteiligten Gesellschafter stehen bei dieser Rechtsform im Mittelpunkt. So wird der Gewinn im Wesentlichen nach Köpfen der Gesellschafter verteilt. Die Geschäftsführung und Vertretung erfolgen durch sie persönlich. Bei Personengesellschaften haften die Gesellschafter persönlich und unbeschränkt – bei einer OHG alle Gesellschafter und bei der KG die Komplementäre. Daher ist hier auch kein Mindestkapital vorgeschrieben. Die Gesellschafter unterliegen der Einkommensteuer.

Rechtsformen für Kapitalgesellschaften

Bei den Kapitalgesellschaften unterscheidet man zwischen der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), der Aktiengesellschaft (AG) und der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Die Kapitalgesellschaft bietet Vorteile: Sie kann als juristische Person z.B. Geschäftsführungs- oder Arbeitsverträge mit ihren Gesellschaftern schließen. Gehälter und Mieten beispielsweise werden steuerlich als Betriebsausgaben anerkannt. Hier entscheidet das eingebrachte Kapital über den Gewinnanteil der Gesellschafter, Kapitalgesellschaften unterliegen der Körperschaftsteuer. Wie viel Eigenkapital wird für die Unternehmensgründung gebraucht? Für eine GmbH 25.000 Euro, für eine AG und eine KGaA je 50.000 Euro.

Die Eintragung ins Handelsregister

Die Eintragung ins Handelsregister ist mit Kosten verbunden und muss in notariell beglaubigter Form erfolgen. Die Kosten variieren nach Rechtsform und Unternehmensgröße zwischen 200 und 300 Euro bei einem Einzelunternehmen und bis zu 500 und 700 Euro bei einer GmbH. Folgende Angaben müssen Sie machen: Rechtsform, Sitz, Niederlassungen und Zweigniederlassungen der Firma mit Angabe der jeweiligen Anschrift, der Unternehmenszweck muss genannt werden sowie die vertretungsberechtigten Personen. Auch die Höhe des Grund- oder Stammkapitals werden aufgenommen.

Die einzelnen Rechtsformen im Vergleich

Die Vorteile einer Kapitalgesellschaft gegenüber einer Personengesellschaft zeigen sich im Bereich der Haftung. Bei einer Personengesellschaft erstreckt sich die Haftung der Unternehmer auch auf ihr Privatvermögen. Bei Kapitalgesellschaften ist die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Daher muss dieses bei deren Gründung geschaffen werden.

Welche Rechtsform also wählen?

Bei der Wahl der passenden Rechtsform für Ihr Unternehmen sollten Sie die verschiedenen oben genannten Kriterien für die Rechtsformwahl abwägen. Ist Ihnen unternehmerische Unabhängigkeit wichtiger als der Ausschluss persönlicher Haftung? Dann könnte eine Personengesellschaft die richtige Rechtsform für Ihr Unternehmen sein. Haben Sie dagegen kein Problem, das Startkapital zur Gründung einer Kapitalgesellschaft aufzubringen? Dann könnte diese Form, die gleichzeitig Schutz vor Haftung mit dem Privatvermögen bietet, passen.


Dieser Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei Alege auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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