27.07.2020

Strafe bei Geschwindigkeitsüberschreitung - Bußgeld und Punkte

Seit dem 28. April 2020 ist die sogenannte StVO-Novelle des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in Kraft. Die Novelle enthält nicht nur allgemeine Änderungen für den Straßenverkehr, sie geht auch mit neuen bzw. erhöhten Geldbußen bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung einher. Doch ab wann liegt eine Geschwindigkeitsübertretung überhaupt vor? Wie und warum wird die Geschwindigkeit auf deutschen Straßen kontrolliert und mit welchen Strafen müssen Autofahrer im Falle eines Verstoßes rechnen? .

Geschwindigkeitsüberschreitung: Ab wann liegt sie vor?

Deutschland ist bei ausländischen Autofahrern beliebt. Rund 70 Prozent der deutschen Autobahnen sind ohne Tempolimit befahrbar. Zwar existiert eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, verbindlich ist diese jedoch nicht. Innerorts und auf Landstraßen gilt (sofern durch Hinweisschilder nicht anders geregelt):

  • innerorts: Tempolimit 50 km/h
  • außerorts: Tempolimit 100 km/h

 

Wer diese Geschwindigkeiten überschreitet und dabei erwischt wird, dem drohen nicht nur ein Bußgeld, sondern unter Umständen auch Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot. Die gesetzliche Grundlage bildet die Straßenverkehrsordnung in Verbindung mit dem Bußgeldkatalog. Letzterer gibt einen Überblick zur Höhe des fälligen Bußgeldes sowie der Anzahl der Punkte im Flensburger Verkehrszentralregister. Hinweis: Um eventuelle Messungenauigkeiten zu kompensieren, erfolgt bei jeder Geschwindigkeitsmessung ein Toleranzabzug. Dieser beträgt 3 km/h bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von < 100 km/h bzw. 3 Prozent bei einer gefahrenen Geschwindigkeit von > 100 km/h.

Warum werden Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt?

Laut der aktuellen Verkehrsunfall-Statistik des Statistischen Bundesamtes kamen in Deutschland im Jahr 2018 3.275 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. 1.061 davon starben, weil der Fahrer zu schnell unterwegs war. Damit geht rund jeder dritte Verkehrstote in Deutschland auf die Unfallursache „überhöhte oder unangepasste Geschwindigkeit“ zurück. Um die festgelegten Höchstgeschwindigkeiten zu überwachen und die Gefahren für Verkehrsteilnehmer zu reduzieren, führen die deutschen Behörden stationäre und mobile Geschwindigkeitskontrollen durch. Gleichzeitig dienen diese dem Schutz der Umwelt. Denn: Höhere Geschwindigkeiten sorgen für einen erhöhten CO2-Ausstoß.

Bußgeldkatalog bei Geschwindigkeitsüberschreitung: Diese Strafen drohen

Mit der StVO-Novelle des Bundesverkehrsministeriums sind seit dem 28. April 2020 neue Bußgeldhöhen und Regelungen zum Fahrverbot in Kraft:

Geschwindigkeitsverstöße innerorts (PKW):

Verstoß

Strafe

Punkte

Fahrverbot

Bis 10 km/h

30,00 €

-

-

11-15 km/h

50,00 €

-

-

16-20 km/h

70,00 €

-

-

21-25 km/h

80,00 €

1

1 Monat

26-30 km/h

100,00 €

1

1 Monat

31-40 km/h

160,00 €

2

1 Monat

41-50 km/h

200,00 €

2

1 Monat

51-60 km/h

280,00 €

2

2 Monate

61-70 km/h

480,00 €

2

3 Monate

Über 70 km/h

680,00 €

2

3 Monate

Geschwindigkeitsverstöße außerorts (PKW):

Verstoß

Strafe ab

Punkte

Fahrverbot

Bis 10 km/h

20,00 €

-

-

11-15 km/h

40,00 €

-

-

16-20 km/h

60,00 €

-

-

21-25 km/h

70,00 €

1

-

26-30 km/h

80,00 €

1

1 Monat

31-40 km/h

120,00 €

1

1 Monat

41-50 km/h

160,00 €

2

1 Monat

51-60 km/h

240,00 €

2

1 Monat

61-70 km/h

440,00 €

2

2 Monate

Über 70 km/h

600,00 €

2

3 Monate

 

Strafe bei Geschwindigkeitsüberschreitung: Sondersituationen erhöhen das Bußgeld

Zu schnell in der Baustelle

Bei einer Baustelle handelt es sich um eine angekündigte Gefahrenstelle. Wer in einer Baustelle geblitzt wird, muss mit einer höheren Strafe rechnen. Denn: Zusätzlich zum Bußgeld für den Tempoverstoß verhängen die Behörden auch Sanktionen für die Missachtung der Verkehrsregeln in einer Baustelle. So wird das Fahren mit einer nicht angepassten Geschwindigkeit trotz angekündigter Baustelle mit einem Bußgeld in Höhe von mindestens 100 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet.

Geblitzt in der Probezeit

Wer in der Probezeit wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wird, wird bis zu einem Bußgeld von 60 Euro analog zu anderen Verkehrsteilnehmern bestraft. Wird es gem. Bußgeldkatalog teurer oder wurde der Verkehr durch die unangepasste Geschwindigkeit grob fahrlässig gefährdet, wird die Probezeit um 2 Jahre verlängert. War der betroffene Fahrer mehr als 20 km/h zu schnell unterwegs, muss er zusätzlich ein Aufbauseminar absolvieren.

Tempoüberschreitung mit einem LKW

Für LKW mit einem Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen gilt außerhalb geschlossener Ortschaften ein generelles Tempolimit von 100 km/h. Schwerere Fahrzeuge dürfen lediglich 80 km/h fahren. Ab einem Gewicht von 7,5 Tonnen ist ein Tempolimit von 60 km/h (außerorts) bzw. 80 km/h (Autobahn) einzuhalten.

Wer gegen diese Regeln verstößt, muss bereits ab einer Überschreitung von 16 km/h mit einem Punkt in Flensburg sowie einem Bußgeld von bis zu 80 Euro rechnen.

Einspruch gegen Bußgeldbescheid: Welche Leistungen übernimmt die DEURAG?

Sobald der Bußgeldbescheid im Briefkasten liegt bzw. zugestellt ist, haben Betroffene Zeit, innerhalb einer gesetzlichen Frist von 14 Tagen zu reagieren. Ob sich ein Einspruch lohnt, klären Betroffene am besten direkt über die kostenfreie telefonische Rechtsberatung.

Im Falle eines Einspruchs, etwa wegen Überschreitung des Tempolimits und einem drohenden Punkteeintrag, werden durch die DEURAG zum Beispiel Anwalts- und Gerichtskosten übernommen.

Mit dem Verkehrsrechtsschutz der DEURAG vertrauen Versicherte dabei auf einen starken Partner mit langjähriger Expertise im Rechtsschutz.

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Dieser Blog-Beitrag wurde von unserer Partnerkanzlei VETO Rechtsanwaltsgesellschaft mbH auf rechtliche Korrektheit überprüft.

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