19.04.2021 – zuletzt aktualisiert am: 06.01.2026

Geschwindigkeitsüberschreitung: Welche Strafe ist zu erwarten?

Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit, ein flüchtiger Blick zur Seite – schon hat es geblitzt. Welche Strafen drohen, wenn man zu schnell unterwegs war – und gibt es Möglichkeiten, sich gegen einen Bußgeldbescheid zu wehren?

Toleranzabzug: Der kleine Sicherheitsfaktor

Die gesetzliche Grundlage für Geschwindigkeitsverstöße bildet die Straßenverkehrsordnung (StVO) in Verbindung mit dem Bußgeldkatalog.

Wichtig vor dem Blick in den Bußgeldkatalog: der Toleranzabzug. Denn nach jeder Geschwindigkeitsmessung wird ein Teil der gemessenen Geschwindigkeit abgezogen, um eventuelle Messfehler auszugleichen:

  • Bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h werden nach der Messung 3 km/h von der Fahrgeschwindigkeit abgezogen.
  • Bei Geschwindigkeiten über 100 km/h werden 3 Prozent der gemessenen Fahrgeschwindigkeit abgezogen.


Wenn jemand in der 50er-Zone also bei 55 km/h geblitzt wurde, liegt die vorgeworfene Geschwindigkeit abzüglich der 3 km/h nur noch bei 52 km/h.

Ein Geschwindigkeitsverstoß liegt erst dann vor, wenn nach Abzug der Toleranz noch eine Überschreitung der Geschwindigkeitsbegrenzung gegeben ist.

Der DEURAG Bußgeldrechner gibt Auskunft über die möglichen Folgen einer Überschreitung des Tempolimits und anderer Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr.

Aktueller Bußgeldkatalog: Geldstrafe, Punkte, Fahrverbot

Neben der Geschwindigkeit ist für die Höhe der Strafe auch entscheidend, ob der Verstoß innerorts oder außerorts erfolgte. In der Regel fallen die Bußgelder innerorts höher aus, da hier das Gefahrenpotenzial für andere Personen im Straßenverkehr wie Fußgänger und Fußgängerinnen sowie Fahrradfahrer und Fahrradfahrerinnen größer ist.

Innerorts

Tempo-Überschreitung (Pkw)

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

bis 10 km/h30 €  
11 - 15 km/h50 €  
16 - 20 km/h70 €  
21 - 25 km/h115 €1 
26 - 30 km/h180 €11 Monat*
31 - 40 km/h260 €21 Monat
41 - 50 km/h400 €21 Monat
51 - 60 km/h560 €22 Monate
61 - 70 km/h700 €23 Monate
über 70 km/h800 €23 Monate

*Ein Fahrverbot gibt es hier in der Regel nur, wenn es zweimal innerhalb eines Jahres zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h oder mehr kommt.

Außerorts

Tempo-Überschreitung (Pkw)

Bußgeld

Punkte

Fahrverbot

bis 10 km/h20 €  
11 - 15 km/h40 €  
16 - 20 km/h60 €  
21 - 25 km/h100 €1 
26 - 30 km/h150 €11 Monat*
31 - 40 km/h200 €11 Monat*
41 - 50 km/h320 €21 Monat
51 - 60 km/h480 €21 Monat
61 - 70 km/h600 €22 Monate
über 70 km/h700 €23 Monate

 

*Ein Fahrverbot gibt es hier in der Regel nur, wenn es zweimal innerhalb eines Jahres zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 26 km/h oder mehr kommt.

Häufige Verstöße können auch zum Führerscheinentzug führen. Hier gibt es weiterführende Informationen zur Wiedererteilung des Führerscheins.

Gerade erst geblitzt worden und schon viele Fragen im Kopf? Für schnelle Antworten vermittelt die DEURAG Versicherten eine telefonische Rechtsberatung durch eine Anwältin oder einen Anwalt – juristisch verbindlich und ohne zusätzliche Beratungskosten.

Was passiert, wenn man in der Probezeit geblitzt wird?

Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Probezeit ziehen besondere Konsequenzen für die Betroffenen nach sich. Ist eine Fahranfängerin oder ein Fahranfänger mehr als 20 km/h zu schnell gefahren, gilt dies als sogenannter "A-Verstoß". Die Strafen sind härter als für erfahrene Fahrerinnen und Fahrer, denn zum üblichen Bußgeld, Punkten in Flensburg und ggf. einem Fahrverbot kommen weitere Sanktionen hinzu:

  • Verlängerung der Probezeit: Die Probezeit wird von zwei auf vier Jahre verlängert.
  • Aufbauseminar: Es muss an einem kostenpflichtigen Aufbauseminar teilgenommen werden.

Der Bußgeldbescheid ist da – ist der Verstoß damit schon besiegelt?

Nicht unbedingt. Die genaue Prüfung eines Bußgeldbescheids kann sinnvoll sein, denn technische oder formelle Fehler können einen Einspruch begründen. Eine Anfechtung kann in den folgenden Situationen in Betracht kommen:

  • Fehler im Bescheid: Unkorrekte Angaben zu Ort, Datum, Uhrzeit oder ein fehlerhaftes Kennzeichen können den Bescheid ungültig machen. Auch die fehlerhafte Zuordnung des Fahrers oder der Fahrerin ist ein häufiger Grund. Hier kann es schon reichen, dass die Person auf dem Blitzerfoto nicht zweifelsfrei zu erkennen ist.
  • Fehler bei der Messung: Die Messtechnik ist nicht unfehlbar. Fehler können durch eine falsche Kalibrierung des Messgeräts, einen fehlerhaften Aufbau oder eine mangelhafte Eichung der Blitzanlage entstehen. Auch äußere Einflüsse, wie beispielsweise die Reflektion des Sonnenlichts, können Messdaten verfälschen.
  • Verjährung: Wird ein Bußgeldbescheid erst nach drei Monaten zugestellt, besteht die Möglichkeit, dass der Verstoß verjährt ist.
  • Fahrverbotsumgehung: In bestimmten Fällen, beispielsweise bei einem sogenannten Augenblicksversagen, kann versucht werden, ein drohendes Fahrverbot abzuwenden. Ob dies möglich ist, hängt stark von den Umständen des Einzelfalls ab.


Ob der Bescheid rechtlich haltbar ist, ist jedoch für Laien oft schwer zu beurteilen. Eine genaue Einschätzung erfordert juristisches Fachwissen und einen Blick für die entscheidenden Details.

Einfach guter Rechtsschutz: immer auf der sicheren Seite

Von hohen Geldstrafen über Punkte in Flensburg bis zur Gefährdung der persönlichen Mobilität – ein Bußgeldbescheid birgt folgenreiche Konsequenzen.

Sehen Sie sich mit dieser Situation konfrontiert, kann ein starker Partner zur fairen Durchsetzung rechtlicher Ansprüche sinnvoll sein. Als Spezialversicherer Sparte Rechtsschutz gehört die DEURAG mit ihrer langjährigen Expertise und ihrem sehr guten Kundenservice zu den führenden Rechtsschutzversicherern in Deutschland.

Im Versicherungsfall unterstützt die DEURAG nicht nur bei der Suche nach einem passenden Rechtsbeistand, sondern übernimmt zum Beispiel auch eventuelle Anwalts- und Gerichtskosten – ganz einfach & unkompliziert.

Mit dem Verkehrsrechtsschutz der DEURAG haben Sie einen starken Rückhalt. Sichern Sie sich jetzt ab – für einen unbeschwerten Weg durch den Straßenverkehr.

Häufige Fragen & Antworten zur Geschwindigkeitsüberschreitung

Muss ich das Blitzerfoto anfordern, um es zu sehen?

In Deutschland ist die zuständige Behörde nicht verpflichtet, das Blitzerfoto automatisch mit dem Bußgeldbescheid zuzusenden. Normalerweise kann das Foto aber bei der Behörde oder über eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt angefordert werden.

Kann ein Fahrverbot auch durch ein höheres Bußgeld umgangen werden?

Das ist nur in Ausnahmefällen möglich. In der Regel kann ein Gericht ein Fahrverbot in eine höhere Geldstrafe umwandeln, wenn ein sogenanntes Augenblicksversagen vorliegt oder das Fahrverbot für den Betroffenen eine unzumutbare Härte darstellen würde (z. B. bei drohendem Arbeitsplatzverlust). Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.

Wer zahlt die Kosten, wenn ich gegen einen Bußgeldbescheid vorgehe?

Kosten für einen Rechtsstreit, inklusive Anwalts- und Gerichtskosten, können sich schnell summieren. Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung wie die der DEURAG kann im Versicherungsfall die Übernahme dieser Kosten sichern und somit die Durchsetzung rechtlicher Ansprüche ermöglichen.

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Weiterführende Quellen:

 

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag ausschließlich der allgemeinen Information dient und keine Rechtsberatung darstellt oder ersetzt. Die hier geteilten Inhalte können eine individuelle und verbindliche rechtliche Prüfung durch eine/n Rechtsanwältin/Rechtsanwalt oder eine andere qualifizierte Beratungsstelle nicht ersetzen.

Der eingestellte Blogbeitrag wurde von unserer Partnerkanzlei ALEGOS Rechtsanwälte juristisch überprüft.

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